Emely Dark – Nachtangst: Das Wesen der Stille


Kurzbeschreibung


DIES IST NICHT IRGENDEINE GESCHICHTE.
ES IST MEINE GESCHICHTE.

Nacht für Nacht kämpft Emely mit den Dämonen ihrer Kindheit. Vom wahnhaft christlichen Vater jahrelang seelisch misshandelt, kann sie auch als Teenager die widersinnige Angst vor Hexen und Wiedergängern nicht abschütteln, die er in ihr gesät hat. In ihren Träumen erwachen die Wesen der Dunkelheit zum Leben und verzehren sich nach ihrem Blut.

Als ein schwerer Schicksalsschlag die junge Frau gänzlich aus der Bahn wirft, beginnen Vision und Realität zu verschmelzen – bis es kein Entrinnen mehr gibt und Emely sich der Wahrheit stellen muss.

Der Wahrheit über die Angst. Aber vor allem über sich selbst.
Quelle: © Emely Dark


Meine Meinung


Vor einigen Monaten wurde ich bereits bei Instagram auf dieses Buch aufmerksam. Bis zum gestrigen Tag hat es gedauert, bis ich endlich den Schritt gewagt habe, es zu lesen.
Ich habe es nicht bereut. Nicht eine Sekunde.
Geschichten wie diese, sind nie einfach.
Sie reißen dich in Stücke, nehmen einen Teil deiner Seele und hallen noch lange nach.
Die Autorin hat der Protagonistin nicht nur ihren eigenen Namen gegeben.
Sie verarbeitet darin auch ihre eigene Vergangenheit. Den Schrecken ihrer Kindheit und den ihrer Gegenwart.
Eine Geschichte die mich vom ersten Moment packte und nicht einen Moment aus ihren Fängen ließ.

Emely Dark hat einen sehr packenden, unglaublich fesselnden und bildhaften Schreibstil, wodurch ich dieses Buch nicht einen Moment aus der Hand legen konnte.
Ich empfand es als wahrhaft schwer und drückend. Ich musste es immer wieder zur Seite legen, um das gelesene zu verarbeiten und zu verstehen. Denn mitunter saß ich doch verloren, verwirrt und unglaublich wütend da.
Doch eins vorweg. Es ist keinesfalls nur Emelys Geschichte. Es ist auch Sophies, Jonas’ und Mics.
Eine Story die zu vielen spricht und verlangt, endlich wirklich gehört und verstanden zu werden.

Emely hab ich vom ersten Moment an ins Herz geschlossen.
Ihre Verlorenheit, ihre Einsamkeit, ihre Sehnsucht und der tosende Schrei in ihrem Inneren.
Ihre Verzweiflung und ihre Ängste sind unglaublich laut und greifbar. Wenn man dieses Mädchen sieht, möchte man sie einfach nur beschützen.
Es ist eine Hoffnungslosigkeit die sich in Wellen bricht. Weil man sieht, wie sie von einem Abgrund zum nächsten läuft und nichts scheint sie davor bewahren zu können.
Wird es für Emely überhaupt einen Ausweg geben?
In dieser Geschichte begegnet man so unglaublich vielen Menschen. Die Autorin hat sich redlich bemüht, jedem dieser Charaktere Leben einzuhauchen und uns ihre Schicksale näherzubringen. Einige blieben für mich blass. Doch diejenigen worauf es ankam, gingen mir wahnsinnig nahe.
Wenn man dieses Buch liest, erlebt man so unglaublich viel.
Wut, Trauer, Raserei, Hoffnungslosigkeit und Einsamkeit.
Man ist erschüttert, den Tränen nahe und möchte einfach nur schreien. Ein Emotionscocktail, der die Seele zerreißt und ein Teil davon mitnimmt.
Ich habe so sehr mit Emely gefühlt, geliebt, gelitten, aber auch geschmunzelt.
Fühlte ihre Leichtigkeit, die nur das Glück schenken kann. Ein Glück das vergänglich ist und von den Schatten der Angst aufgesaugt wird.
Mein Herz brach entzwei. Immer wieder und wieder.
Ich habe Jonas und Mic so sehr geliebt , dass es weh tat und doch muss man tatenlos mit ansehen , wie diese Geschichte immer mehr auf eine Katastrophe zusteuert.

Es gab so viele Momente, die ich nicht erwartet habe.
Die mir den Ursprung der Ängste zeigten.
So qualvoll, so verzweifelt.
Ängste , die sich im Innern manifestieren und ein Teil vom eigenen Sein werden. Diese loszuwerden ist fast unmöglich.
Es geht hier nicht nur um physische Gewalt.
Es geht auch um Anerkennung,um die Gesellschaft, die schnell ausschließt, was nicht hineinpasst.
Doch nur weil etwas nicht passt oder seltsam ist, ist es noch lange nicht verkehrt.
Menschen wie Jonas und Emely haben mich mit der Tragik dahinter zutiefst erschüttert und ungemein mitgenommen.
Verlorene Seelen, die nicht immer einen Ausweg finden. Gefangene der eigenen Dämonen.
Manchmal gibt es kein Richtig und kein Falsch. Manchmal muss man sein eigenes Richtig finden.

Emely geht einen Weg, der sie ungemein fordert und immer wieder neue Hürden austragen lässt.
Doch Emely kämpft trotz Trauer und Angst. Sie gibt nicht einen Moment auf.
Man trifft dabei auf viele Themen, die beinahe Alltag sind. Was traurig ist, aber leider kein Einzelfall.
Mobbing und Gewalt ist nur ein Teil davon.
Mir hat diese Geschichte unglaublich viel Kraft geraubt und immer wieder Gänsehaut über den Rücken gejagt.
Kaum ist der erste Schlag verdaut, kommt schon der nächste daher.
Das wirklich Schlimme daran ist, das jeder ein Opfer ist und damit andere zu seinen Opfern macht.
So viel Verletzlichkeit wie hier, hab ich selten erlebt und bis in die Fingerspitzen gefühlt.

Mein Respekt an die Autorin. Ich kann mir nicht mal ansatzweise vorstellen, was es sie an Kraft gekostet haben muss, diese Geschichte zu Papier zu bringen.
Denn sie verarbeitet darin nicht nur ihre Vergangenheit, sondern auch die Gegenwart, Trauer, Verlust und Angst.


Fazit


Eine Geschichte wie “Nachtangst” ist mir noch nie zuvor so begegnet.
Eine Geschichte, in der die Autorin nicht nur ihre eigene Vergangenheit verarbeitet.
Es geht um so viel mehr.
Um Mut, Sehnsucht, Verlorenheit und eine unglaublich große Tragik.
So intensiv, gehaltvoll und erschütternd.
Eine Geschichte, die einen Teil deiner Seele mitnimmt und noch lange nachhallt.
Eine Geschichte, die jeder lesen sollte.
Ich bin sprachlos, ich bin wütend und einfach am Ende meiner Kräfte.
Meine Hochachtung an die Autorin, für diese unglaublich Geschichte.


Buchdetails


Autor: Emely Dark
Titel: Nachtangst – Das Wesen der Stille
Teil einer Reihe: Band 1
Genre: Gegenwartsliteratur, Thriller
Erschienen: 26. Februar 2019
Verlag: epubli
ASIN: B07S1SXRT8
ISBN-10: 3748515278
ISBN-13: 978-3748515272
Seitenanzahl: 360
Preis: Taschenbuch 11,99€, Ebook 2,99€
Wertung: 5/5
Bildquelle/Cover: © Emely Dark

⇒ zum Buch auf der Website der Autorin ⇐

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