Rory Power – Wilder Girls


Kurzbeschreibung


Seit achtzehn Monaten steht das Mädcheninternat von Raxter Island unter Quarantäne, denn eine gefährliche Seuche hat sich ausgebreitet: Bei den Schülerinnen löst sie grausige Mutationen aus, die Lehrerinnen starben eine nach der anderen. Die Natur auf der Insel ist wild und unberechenbar geworden. Zum Überleben braucht man Freundinnen, die alles für einen tun würden – so wie Hetty und Reese für Byatt. Denn als Byatt verschwindet, beginnen die beiden eine verbotene Suche, bei der sie auf grausamere Wahrheiten stoßen, als sie es sich je hätten ausmalen können …
Quelle: © Piper Verlag


Meine Meinung


„Wilder Girls “ von Rory Power ist mir vor allem durch das Cover aufgefallen.
Der Klappentext klang so interessant, dass ich immens gespannt darauf war, was sich wohl dahinter verbergen würde.

Der Schreibstil der Autorin ist fesselnd und einnehmend. Weshalb ich es quasi in einem Rutsch gelesen habe.
Es baut sich schnell eine sehr düstere, bedrohliche und beklemmende Atmosphäre auf. Was hier unglaublich gut passt.
Byatt und Hetty stehen hier im Fokus.
Von beiden erfahren wir dabei auch die Perspektiven.
Dabei erfährt man auch sehr viel über die beiden Mädchen. Besonders Byatts Hintergrund fand ich sehr interessant.
Hetty ist eine sehr starke Persönlichkeit, die ihre Freundinnen mehr braucht, als die Luft zum Atmen.
Man spürt, dass sie sich sehr stark auf sie fokussiert, fast schon etwas zu sehr. Was angesichts ihrer Lage absolut verständlich ist.
Man versucht, sich an etwas festzuhalten, das beständig, vertraut und verlässlich ist.
Das dich nicht zerstört, aufgibt und verlässt.
Neben diesen beiden Mädchen ist Reese noch sehr interessant.
Daneben treten noch weitere zahlreiche Charaktere auf, um das Gesamtbild zu verstärken, das auf Raxter Island herrscht und das ist der Autorin sehr gut gelungen.

Man fühlt sich, als würde man ins kalte Wasser geworfen. Was erstmal ungewohnt ist, man sich jedoch schnell damit arrangiert.
Die Idee dazu hat mir richtig gut gefallen.
Eine Krankheit, die das Internat befällt ,sie damit quasi abgeschnitten von der Außenwelt sind.
Diese Krankheit selbst ist sehr perfide und gewaltig. Was die Autorin mit sehr vielen anschaulichen Details untermauert.
Was mitunter nicht für jeden geeignet ist. Da die Autorin sich sehr intensiv mit den Mutationen und den daraus resultierenden Auswirkungen beschäftigt, um dem Leser das nackte Grauen vor Augen zu führen, das hier herrscht. Aber auch zeigt, wie hilflos man dieser ausgesetzt ist.
Mich haben vor allem die Hintergründe dazu unglaublich interessiert. In dieser Hinsicht konnte mich die Autorin leider nicht ganz zufriedenstellen.
Im Fokus steht jedoch, wie damit umgegangen wird und was es mit den Menschen selbst macht.
Wie es sie stärker macht, aber auch immer mehr innerlich zerbrechen lässt.
Und was für eine unfassbar tiefgreifende Wahrheit dahinter liegt.

Ich habe von Anfang an unglaublich mit Hetty mitgefiebert.
Im Laufe der Handlung entwickelt sie sich enorm weiter. Sie wird stärker und robuster, sie lernt wachsamer zu sein und nicht alles zu glauben, was man ihr sagt.
Sie hinterfragt, analysiert und kämpft bis aufs Blut.
Raxters ist sehr verstörend, aber es fasziniert auch auf eine unglaubliche Art und Weise.
Man möchte nicht hinschauen, wird aber dennoch davon angezogen.
Es ist abstoßend und wunderschön zugleich.
Denn neben den Menschen gibt es auch wunderschöne Beschreibungen des Umfeldes und man ist wie paralysiert, weil es so anders, so schön und grausam zugleich ist.

Rory Power beschäftigt sich hier vor allem mit Freundschaft ,Vertrauen und Loyalität untereinander. Wie wichtig es ist, einander zu haben ,um sich nicht selbst zu verlieren und aufzugeben.
Dabei geht es auch um Manipulation und Macht, die ausgeübt wird und der man quasi nichts entgegenzusetzen hat.
Es geht aber auch um Stärke, Mut und Akzeptanz.
Sie zeigt aber auch, wie stark Feminismus und Politik damit verwoben sind und das auf bewundernswerte, als auch erschreckende Art und Weise.

Insgesamt sehr atmosphärisch und düster.
Auch wenn man einiges über das Warum erfährt, so war mir das noch zu wenig. Da hätte man deutlich mehr in die Tiefe gehen können.
Wer Dystopien mag, wird hier seine Freude daran haben.


Fazit


„Wilder Girls“ von Rory Power ist eine gelungene Mischung zwischen Dystopie und Horror.
Eine perfide Krankheit, die ein Mädcheninternat befällt und nichts als Blut zurücklässt.
Mich konnte die Autorin damit sehr fesseln,vor allem dadurch, wie sie damit umgehen und sich weiterentwickeln.
Trotz kleinere Schwächen ein sehr starkes und gelungenes Werk über Freundschaft, Stärke, Loyalität und Akzeptanz.
Abstoßend und wunderschön zugleich.
Wer Dystopien mag, wird seine Freude daran haben.


Buchdetails


Quelle: © Piper Verlag

Autor: Rory Power
Titel: Wilder Girls
Originaltitel: Wilder Girls
Übersetzer: Andrea Bottlinger
Teil einer Reihe: /
Genre: Dystopie
Erschienen: 01. September 2022
Verlag: Piper Verlag
ISBN-10: 3492706088
ISBN-13: 978-3492706087
Seitenanzahl: 352
Preis: Paperback 18,00€, Ebook 16,99€ (Preisaktion: 4,99€ vom 1.09. – 30.09.2022)
Wertung: 4/5
Bildquelle/Cover: © Piper Verlag

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