Andreas Gruber – Todesschmerz (Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez 6 )


Kurzbeschreibung


Mitten in den brisanten Ermittlungen um einen Verräter in den eigenen Reihen werden BKA-Profiler Maarten S. Sneijder und sein Team abgezogen und nach Norwegen geschickt, um den Mord an der deutschen Botschafterin aufzuklären. Doch das Motiv bleibt rätselhaft, und die norwegische Polizei verweigert die Zusammenarbeit. Sneijder muss kreativ werden – und macht damit einen besonders mächtigen Gegner auf sich aufmerksam. Als dann noch ein erstes Mitglied von Sneijders Team einem kaltblütigen Killer zum Opfer fällt, steht Sneijder vor seiner bisher größten Herausforderung …
Quelle: © Goldmann Verlag


Meine Meinung


Ich weiß noch wie sehr ich am Anfang darauf gehofft habe, dass der etwas eigenwillige Kauz Maarten S. Sneijder seine eigene Reihe bekommt und nun sind wir einfach schon beim 6.Band dieser Reihe angekommen und ich weiß gar nicht, wann das alles passiert ist.
Und trotzdem, ich hab mich so gefreut und am Ende sind einfach nur Tod und Schmerz übrig, was diesen Band in meinen Augen perfekt beschreibt.

Ich mag seinen Schreibstil einfach so gern.
So fesselnd, einnehmend und bildhaft.
Die düstere ,todesbringende und drückende Atmosphäre passt einfach nur perfekt dazu.
Der Autor lässt uns auch hier wieder an unterschiedlichen Perspektiven teilhaben, wodurch es einfach so viel mehr an Tiefe und Intensität gewinnt.
Ich würde gern sagen, dass ich ganz besonders Maarten S. Sneijder in diesem Band mochte. Aber das wäre falsch.
Wobei Sneijder hier eine beachtliche Entwicklung hinlegt, was er wohl selbst am wenigsten von sich gedacht hätte.
Denn er lernt nicht nur mehr über Vertrauen, Loyalität und Empathie. Ihm wird vor allem klar, dass er nicht so allein ist, wie er immer dachte.
Andreas Gruber schickt hier Charaktere ins Rennen, die mich wirklich überrascht haben.
Positiv und negativ. Denn niemanden kannst du ansehen, wie er tickt und wie weit er zu gehen bereit ist, wenn es zu seinem Vorteil ist.
Aber ganz besonders Sneijders Team hab ich so gefeiert und gleichzeitig haben sie in mir so einen Sturm an Emotionen erzeugt.
Ich glaub ,ich war bei einem Thriller noch nie so nah am Wasser gebaut.
Selbst bei den Antagonisten ist es ein zweischneidiges Schwert und man kann nicht einfach verurteilen. Weil der Autor sehr gekonnt, die Seelen , einfach ihr Innerstes nach Außen zerrt.
Insgesamt bin ich von der Ausarbeitung der Charaktere sehr begeistert. Sie sind tiefgründig, voller Facetten und sehr vielfältig in ihrer Art. Ich konnte mich gut in sie hineinversetzen und ihre Handlungen sowie Gedankengänge nachvollziehen.

Der Einstieg fiel mir wieder sehr leicht. Es ist immer wieder, als würde ich nach Hause kommen und dieses Feeling der Zusammengehörigkeit und des Vertrauens hat man immer wieder.
Diesmal hat es Sneijder mit einem besonders brisanten Fall zutun, der zunächst sehr einfach anmutet. Dies aber keinesfalls ist.
Andreas Gruber macht daraus einen sehr komplexen Fall, der an unterschiedlichen Orten spielt und sich in verschiedene Handlungsstränge aufteilt und das auf wirklich sehr geniale Art und Weise.
Die Weichen werden bereits früh gestellt.
Tatsächlich konnte er mich im Laufe der Handlung sehr überraschen und aufs Glatteis führen.

Aber ganz besonders der emotionale Aspekt war diesmal sehr stark ausgeprägt.
Ich hab geflucht, war wütend und gleichzeitig im Himmel. Ich hab so gelacht und das bei Szenen, die alles andere als zum lachen waren. Sneijders Wortwitz ist legendär und mildert extreme Situationen etwas ab.
Und trotzdem geht auch Sneijder irgendwann die Puste aus.
Tatsächlich hätte ich niemals gedacht, dass mich dieser Band so vor eine Zerreißprobe stellen und mein Innerstes vollkommen auseinander nehmen würde.
Denn nicht nur die Thematik ist harter Tobak. Auch im zwischenmenschlichen Bereich gerät man komplett an seine eigenen Grenzen. Ist so von Hilflosigkeit und Wut beseelt ,dass man einfach komplett fertig ist.

Fakt ist, diesmal hat der Autor wieder einen herausragenden Thriller geschaffen, der sich nicht nur mit Korruption, Machtmissbrauch, Skrupellosigkeit und Gier auseinandersetzt. Vor allem ist er im psychologischen als auch im zwischenmenschlichen Bereich unglaublich gut ausgearbeitet. Zudem weckt er mit den Hintergründen Zweifel und innere Zerrissenheit. Denn das, was man hier erlebt, ist so unglaublich viel, so tragend, so herzzerreißend und dramatisch, dass man gar nicht mehr weiß, was man denken soll.
Besonders das Ende, war so erschütternd und gleichzeitig genial. Einerseits hat er mich damit extrem geschockt, aber auf der anderen Seite habe ich es so gehofft.
Definitiv ein weiterer Band, der wieder ein absolutes Highlight darstellt.


Fazit


Für Sneijder und sein Team geht es in die sechste Runde und dieses Mal, könnte es härter und tragender kaum sein.
Ein Band der mich förmlich auseinander riss und so viel fühlen und erleben ließ.
Genialer Wortwitz gepaart mit exzellenter Ermittlungsarbeit.
Ein komplexer und vielschichtiger Band, der wieder klar macht, was uns wirklich etwas bedeutet und die eigene Sterblichkeit vor Augen führt.
Ich hab ihn so gefeiert, gelacht und war dem Abgrund nah.
Wieder mal ein absolutes Highlight.


Buchdetails


Quelle: © Goldmann Verlag

Autor: Andreas Gruber
Titel: Todesschmerz
Teil einer Reihe: Maarten S. Sneijer und Sabine Nemez – Band 6
Genre: Thriller
Erschienen: 13. September 2021
Verlag: Goldmann
ISBN-10: 3442491096
ISBN-13: 978-3442491094
Seitenanzahl: 592
Preis: Taschenbuch 12,00€, Ebook 10,99€, Hörbuch Download 8,95€, Audio MP3 CD 9,99€
Wertung: 5/5
Bildquelle: © Goldmann Verlag

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Seriendetails


Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez

  1. Todesfrist
  2. Todesurteil
  3. Todesmärchen
  4. Todesreigen
  5. Todesmal
  6. Todesschmerz
  7. Todesrache (ET 19. September 2022)

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