Jack Ketchum – Psychotic


Kurzbeschreibung


Sie musste unglaubliches Leid erfahren. Das hinterließ nicht nur körperliche Spuren …

Männer und Schmerz, beides kennt Dora zur Genüge. Vor allem weiß sie, dass beides zusammengehört. Nur bei ihrer Jugendliebe Jim war das anders – bis er sie im Stich ließ!

Viele Jahre und Demütigungen später sucht Dora nach Jim. Der ist inzwischen glücklich verheiratet und hat zwei wundervolle Kinder – ein perfektes Leben. Doch dies wird sich ändern, das schwört Dora.

Ketchum schildert die verzerrte Realität von Verrückten. Seine Figuren sind wirklich krank.
Quelle: © Festa Verlag


Meine Meinung


Der Titel verrät eigentlich schon, worum es in diesem Buch geht und ich war einfach unglaublich gespannt darauf.
Auf die Charaktere und wie weit der Autor tatsächlich gehen würde.

Mit Dora schafft er eine für mich unsympathische Hauptprotagonistin und dennoch war es absolut interessant, ihr Verhalten zu beobachten.
Der Klappentext verrät, dass Sie unglaubliches Leid erfahren musste. Ja, fast musste ich darüber lachen.
Denn Leid ist für Dora anders, als für andere Menschen.
Sicher kommen wir mit Ablehnung zurecht, aber nicht Dora. Dabei muss ich sagen ,dass ihre Persönlichkeit ein zweischneidiges Schwert ist. Sie ist nicht einfach, sie ist kompliziert.
Sie weiß, was sie will.
Nimmt sich alles, ohne Rücksicht auf Verluste.
Kaltblütig, schamlos, ohne Gewissen.
Lange habe ich mich gefragt, was sie überhaupt will. Was sie wirklich aus tiefstem Herzen liebt.
Denn so einfach ist das nicht zu durchschauen, weil sich Dora nicht in die Karten schauen lässt.
Sie ist manisch, aggressiv und voller Wut.
Eine Frau, der man besser aus dem Weg geht.
Eine Frau, die sich ihre eigene Realität schafft.
Man begreift wie skrupellos und perfide sie ist. Wie verrückt.
Man hat Anteil an ihren Männergeschichten, wodurch es auch einige explizite Szenen gibt, wodurch sich schon sehr gut herauskristallisiert, wie diese Frau tickt.

Im Laufe des Geschehen erfährt man mehr über die Hintergründe Doras.
Wie sie behandelt wurde, wie sie selbst austeilte. Dabei wird sehr klar ersichtlich, wie durchtrieben ihr Verstand ist.
Man erlebt wie die Dunkelheit in ihr wütet und sie ihr Ziel langsam umkreist.
Um anschließend gnadenlos zuzuschlagen.
Parallel dazu ,sieht man wie das Umfeld darauf reagiert.
Wie wütend und hilflos man wird.
Sie ist wie ein heftiger Sturm, der nicht aufzuhalten ist.
Am Anfang der Story, ist es noch recht unterhaltsam, aber auch etwas monoton. Man wartet darauf, dass die Geschichte so richtig in Fahrt kommt.
Was tatsächlich auch noch passiert.
Am Ende überschlagen sich fast die Ereignisse und ich saß tatsächlich ziemlich sprachlos da.
Vor Unglaublich und Verständnislosigkeit.
Ehrlich, man kann es nicht nachvollziehen.
Es ist so… es macht einfach so wütend.
Durch diesen Schlusspunkt verschieben sich nochmal komplett die Blickwinkel.
Denn das, worin es mündet, ist einfach zu viel.
Zu tragend, zu böse.Mein Gott, dieser letzte Satz. Damit kann man nicht zurechtkommen.

Jack Ketchum tobt sich hier nicht mit körperlicher Brutalität aus.
Es beginnt beim Verstand und das ist im Endeffekt viel schlimmer und tragischer.
Er zeigt, dass es nicht viel braucht, um manipuliert zu werden oder sein Leben komplett umzukrempeln. Oder es gar komplett aus dem Ruder laufen zu lassen.
Aber es braucht verdammt viel, um es in Ordnung zu bringen.
Und auf der anderen Seite haben wir hier eine komplexe Persönlichkeit, die alles will und das nur aus einem Grund.
Er taucht tief in die Psyche ein und das wirklich großartig.
Am Ende bleibt die Frage, was Dora dazu gemacht hat.

Etwas schwierig fand ich die Art der Perspektive. Denn wir erfahren alles aus der Sicht, der dritten Person. Dadurch ist es schwer, die Charaktere wirklich greifen zu können. Die Emotionen können sich nur schwer entfalten, was ich hier etwas schwierig fand. Nichtsdestotrotz empfindet man trotzdem etwas. Denn bei dieser Art von Psychotrip kann man gar nicht anders.
Es brennt sich einfach ins Gehirn. Man ist entsetzt, voller Unglauben und kann es keinen Moment aus den Händen legen.

Letztendlich ein richtig guter Kurzroman über eine junge Frau, die systematisch Leben zerstört und dabei kein Gewissen kennt.


Fazit


Dora, Dora und nochmal Dora.
Ein Psychotrip ,der so einige Abgründe offenbart und am Ende sprachlos und erschüttert dasitzen lässt.
Jack Ketchum taucht tief in die Psyche ein und offenbart dabei unaussprechliches.
Ein Psychotrip, der keine Gnade kennt.


Buchdetails


Quelle: © Festa Verlag

Autor: Jack Ketchum
Titel: Psychotic
Originaltitel: Old Flames
Übersetzer: Klaus Schmitz
Teil einer Reihe: Festa Special – Band 2
Genre: Horror, Thriller
Erschienen: 21. Februar 2020
Verlag: Festa Verlag
ISBN-10: ohne ISBN
Seitenanzahl: 192
Preis: Gebundene Ausgabe 18,99€ (nur im Festa Shop erhältlich), Ebook 4,99€
Wertung: 4/5
Bildquelle/Cover: © Festa Verlag

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