Dana Mele – Eine wie wir


Kurzbeschreibung


Kay Donovan ist siebzehn und hat ihr Leben am Bates-Internat in Neuengland neu eingerichtet. Doch als ihre Clique die Mitschülerin Jessica Lane tot auffindet, ändert sich alles und Kays sorgsam konstruiertes Dasein beginnt zu bröckeln. Denn Jessica hat Kay einen verschlüsselten »Racheblog« hinterlassen, in dem nahezu alle verdächtigt werden, die etwas mit ihrem Tod zu tun haben könnten. Und Kay soll alle Betreffenden mit ihren Vergehen konfrontieren – tut sie dies nicht, würden alle anderen von Kays Geheimnis erfahren …

Für Fans von “One of us is lying”, “Pretty Little Liars” und “Tote Mädchen lügen nicht”.
Quelle: © Arctis Verlag


Meine Meinung


Ich liebe Internatsgeschichten mit Intrigen und Machtspielen und deshalb hab ich mich sehr auf “Eine wie wir” von Dana Mele gefreut.
Besonders das Cover mag ich total gern. Weil es schlicht ist und dennoch über sehr viel Ausdruck verfügt.
Der Klappentext tat sein übriges und es landete somit nicht lange auf dem Sub.

Meine Vorfreude verflog leider relativ schnell. Die Autorin hat wirklich eine sehr einnehmende und eindringliche Art zu schreiben. Daran lag es also nicht.
Der erste Punkt für mich war, das ich Kay einfach nicht mochte. Sie löste am Anfang nichts in mir aus. Sie wirkte flach und unaufregend. Was sich erst im Laufe der Handlung änderte. Denn Kay war mehr , als ich vermutet hatte.
Verletzlich , einsam. Sehnt sich nach Liebe und Anschluss. Sie hatte durchaus mein Mitgefühl. Aber ihre Vergangenheit erzählt ihre eigene Geschichte. Die Autorin wirft dem Leser in dieser Hinsicht immer wieder kleine Brocken zu, was noch neugieriger macht.
Und obwohl ich die Grundthematik total interessant fand, kam im ersten Teil des Buches keine richtige Spannung auf. Viele Puzzleteilchen fanden zu schnell und zu leicht an ihren Platz und die Verdächtigen konnten schnell eingegrenzt werden. Was die Vorhersehbarkeit leider nur noch mehr verstärkte.
Ich hatte das Gefühl, der Racheblog spiele nur am Rande des Geschehen eine Rolle und hätte nur eine kleine Bedeutung. Nicht das, worauf es ankommt.
Vielmehr geht es um das dahinter.
Wie leicht man Menschen verletzen, manipulieren und zerstören kann.
Ein Moment der Unbedachtheit und plötzlich entgleitet alles. Aber das schlimmste: man denkt sich nichts dabei und macht ohne Probleme weiter.
Das hat mich wirklich erschüttert und gab dem ganzen eine andere Bedeutung.

Mobbing ist ein ernstes Thema. Dies gelingt der Autorin hier sehr gut zu verdeutlichen und in den Fokus zu rücken.
Sie zeigt aber auch wie wenig man über seine Taten nachdenkt und gar nicht begreift, welchen Schaden man damit anrichtet und was es alles nach sich zieht.
Kay hat sich nicht mit Ruhm bekleckert. Sie hat einiges getan, womit sie sich keine Medaille verdient hat und dennoch ist sie auch ein Mensch mit Gefühlen und Ängsten. Ein Mensch, der Schutz sucht und sich hinter einer Mauer versteckt.
Kays Entwicklung hat mir wirklich sehr gut gefallen. Am Ende mochte ich sie sogar und verstand vieles besser. Sie kam aus sich heraus und veränderte sich.
Dadurch das man Kays Perspektive erfährt versteht man sie auch viel besser und kann sich gut in sie hineinversetzen. Die Emotionen blieben dabei leider etwas auf der Strecke. Größtenteils prallte es an mir ab. Ich hätte mir da einfach noch mehr Tiefe, noch mehr Intensität, noch mehr Eindringlichkeit gewünscht.
Es gab Momente da hab ich Angst, Verzweiflung und Wut verspürt. Aber ich hätte gern noch mehr davon gehabt.
Mehr Schmerz, mehr Wut, mehr innere Zerrissenheit.

Die Charaktere sind allesamt recht gut gestaltet. Mir persönlich haben Nola, Brie und Kay am besten gefallen. Alle anderen blieben für mich leider etwas blass und gingen etwas unter.
Es gelang der Autorin jedoch herausragend gut eine beklemmende und düstere Atmosphäre zu schaffen, die mich wirklich mitgerissen hat.
Die Handlung selbst lebt von Geheimnissen.
Jeder hat eins. Manche mehr , manche weniger.
Geheimnisse die mich größtenteils nicht überrascht haben. Aber dennoch für Nachdenklichkeit sorgten.
Es ist abwechslungsreich und auch die zwischenmenschlichen Aspekte bleiben nicht außen vor und berühren etwas in der Seele.
Die Brisanz verhärtet sich und plötzlich hat man das Gefühl, alles würde sich umkehren und somit eine völlig neue Bedeutung erhalten.
Eine Handlung die sehr interessant und auch ein Stück weit faszinierend zu verfolgen war. Besonders im zweiten Teil kam ordentlich Spannung auf und ich wollte das Buch nicht mehr zur Seite legen.
Am Ende fand es für mich den erwarteten Abschluss, aber auch eine Veränderung die mir gefallen hat und die ich wirklich begrüßt habe.

Schlussendlich ist “Eine wie wir” zwar ein wirklich guter Roman über eine sehr ernste Thematik. Der mich leider durch zu wenig Emotionalität und Intensität jedoch nicht komplett überzeugen konnte.


Fazit


Intrigen, Geheimnisse und Machtspiele.
Deswegen war meine Freude auf “Eine wie wir” enorm groß.
Dana Mele hat ein wirklich interessanten Roman über eine sehr ernste Thematik geschaffen, der mir stellenweise wirklich unter die Haut ging.
Leider war es für mich zu vorhersehbar.
Ich hätte mir mehr Tiefe, Emotionalität und Intensität gewünscht.
Gut zu lesen für zwischendurch. Aber leider etwas, das man wohl eher weniger im Gedächtnis behält.
Ich denke durch mehr Brisanz und Tempo hätte es wohl einen anderen Stellenwert erhalten.


Buchdetails


Autor: Dana Mele
Titel: Eine wie wir
Teil einer Reihe: /
Genre: Jugendbuch
Erschienen: 28. Februar 2019
Verlag: Arctis ein Imprint der Atrium Verlag AG
ISBN: 978-3038800217
Seitenanzahl: 352
Preis: Broschur 16,00€, Ebook 12,99€
Wertung: 3/5
Bildquelle/Cover: © Arctis Verlag

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