Paola Peretti – In der Nacht hör´ ich die Sterne


Kurzbeschreibung


140 Schritte bis zur Nacht

140 Schritte: So viele trennen Mafalda noch von dem Tag, an dem es vollkommen dunkel um sie herum sein wird. Als das Mädchen vor drei Jahren erfuhr, dass mit seinen Augen etwas nicht stimmt, flüchtete es auf den Kirschbaum im Schulhof. Dank der neuen Hausmeisterin fand es wieder zurück auf den Boden der Realität. Seitdem wird Mafalda von Estella morgens mit einem Pfiff begrüßt, sobald sie in die Straße zur Schule einbiegt. Anfangs kann sie von dort aus den Kirschbaum noch sehen. Doch mit jeder Woche werden es weniger Schritte. Tapfer geht sie ihrem Schicksal entgegen − unmerklich geleitet von Estella, die ihr zeigt, dass das Wesentliche im Leben für die Augen unsichtbar ist.
Quelle:© dtv Verlagsgesellschaft


Meine Meinung


Es gibt Bücher und es gibt “In der Nacht hör’ ich die Sterne”.
Es ist nicht nur ein sehr aufwühlender und berührender Roman.
Es ist eine sehr einfühlsame Geschichte über Dunkelheit und Licht.
Über Träume und Hoffnungen und auch darum, was letztendlich für uns wesentlich ist.
Das wesentliche sieht man nicht mit den Augen. Man sieht und fühlt es mit dem Herzen und dieses Licht erlischt niemals.

Paola Perettis “In der Nacht hör’ ich die Sterne” , hat mich mehr als nur berührt. Es hat meinen Blickwinkel auf die Welt verändert und darüber nachdenken lassen.
Wie oft machen wir uns über Nichtigkeiten Sorgen oder werden zornig? Und dann lernt man Mafalda kennen und alles andere verschwimmt zur Bedeutungslosigkeit.
Mafalda ist ein sehr tapferes und kluges Mädchen. Mit jeder Zeile spürt man ihre kindliche Neugier. Staunt darüber, wie erwachsen und besonnen sie doch alles betrachtet. Das sie Angst hat , große Angst.
Diese Angst aber nicht zeigen und rauslassen möchte.
Mit jedem Schritt wird es dunkler um sie , jedes Mal ein bisschen mehr und ich konnte nicht anders. Ich hab so intensiv mit ihr gefühlt. Immer wieder hatte ich den Drang sie an mich zu drücken und ihr Trost zu spenden.
Mafalda möchte kein Mitleid und sie hat mich so ungeheuer beeindruckt , wie sie die Welt sieht und betrachtet, worüber sie sich Gedanken macht.
Mein Herz tat sich auf , bei so viel Herzensgüte und Mut.
Man spürt jedoch wie gern sie sich in ihrer Trauer verkriechen möchte.
Paola Peretti hat einen sehr einfühlsamen, leichten, aber auch sehr einnehmenden und bildhaften Schreibstil. Das man diese Geschichte nicht nur inhaliert, sondern sie auch mit allen Sinnen wahrnimmt.
Nicht nur Mafalda ist sehr authentisch und greifbar. Aber dadurch, daß man ihre Perspektive erfährt, taucht man auf ganz besonders intensive Art und Weise in ihre Seele ein und begreift und versteht, was in dieser kleinen Persönlichkeit steckt und was sie ausmacht.

Neben Mafalda haben mich ganz besonders auch Estella und Filippo beeindruckt. Vor allem Estella. Eine temperamentvolle und herzensgute Persönlichkeit. Wenn man sie kennenlernt, gibt es Traurigkeit nicht mehr. Sie spinnt einen Kokon, der sich stärkend und wärmend um die eigene Seele legt.
Alle Charaktere, die man hier im Laufe des Geschehen kennenlernt, sind nicht immer sehr detailreich ausgearbeitet. Man spürt sie vielmehr und manchmal, muss man auch nicht mehr wissen, um sie ergründen zu können.

Die Handlung hat mich vollkommen überwältigt und dabei Zeit und Raum vergessen lassen.
Man spürt Ängste, Verzweiflung und auch die Wut mehr als deutlich.
Man spürt, das es echt ist. Dass es das Leben ist, das uns hier begegnet. Mafaldas Geschichte setzt sich von allen anderen Geschichten hab. Sie bewegt mit jeder Zeile mehr.
Obwohl man die kindliche Neugier und ihren Alltag nur so aufsaugt, erkennt man auch das wesentliche dahinter.
Eine Thematik die ernsthaft und ohne Kitsch dem Leser nur allzu deutlich aufgezeigt wird.
Was es letztendlich bedeutet und wie dadurch das eigene Leben und das der Menschen im Umfeld beeinflusst wird. Nicht jeder kann damit umgehen, was sehr deutlich bewusst wird. Aber dadurch entstehen auch neue Verbindungen, die mir wirklich sehr gut gefallen haben.
Es gelang mir wirklich tapfer zu sein, obwohl mir das Geschehen so unheimlich nahe ging. Doch am Ende konnte ich nicht mehr an mich halten und es flossen Tränen.
Vor Rührung, vor Schmerz und Anteilnahme.
Denn diese Geschichte ist einfach anders, als alles, was ich bisher gelesen habe.
Man sagt immer durch die Augen einen Kindes nimmt man die Welt anders und intensiver wahr. Denn sie sehen Dinge, die für uns längst unsichtbar geworden sind. Sie reagieren anders auf Schicksalsschläge und wachsen daran.
Mafalda ist daran gewachsen. So sehr, daß ich nur staunen konnte.
Eine Geschichte die absolut jeder lesen sollte.


Fazit


Licht und Dunkelheit.
Träume und Hoffnungen

140 Schritte bis zur Nacht
140 Schritte und jeden Mal werden es weniger.
Paola Peretti erzählt uns Mafaldas Geschichte.
Ohne Beschönigung und Kitsch erzählt sie uns eine Geschichte,die aufwühlender,beängstigender und berührender kaum sein könnte.
Mafalda hat mein Herz berührt,mich die Welt anders betrachten lassen und mit einem Mal hat man das Gefühl, man sehe die Welt nicht so, wie man es sollte.
Diese Geschichte ist nicht nur eine Geschichte.
Sie ist wahr, authentisch und fesselt vor allem mit seinen Charakteren.
Mit Mafalda und Estella.
Eine Geschichte,die einfach auf jede Leseliste gehört.
Einfühlsam, bewegend und traurig.
Eine Geschichte, die aber auch die Sonnenseite des Lebens, das Glück und die Liebe mit jeder Zeile widerspiegelt.


Buchdetails


Autor: Paola Peretti
Titel: In der Nacht hör´ ich die Sterne
Originaltitel: La distanza tra me e il ciliegio
Übersetzer: Christiane Burkhardt
Teil einer Reihe:
Genre: Gegenwartsliteratur
Erschienen: 26.Oktober 2018
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
ISBN: 978-3-423-28967-2
Seitenanzahl: 224
Preis: Gebundene Ausgabe 18,00€, Ebook 14,99€
Wertung: 5/5
Bildquelle/Cover: © dtv Verlagsgesellschaft

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