Eric Lindstrom – Wie ich dich sehe


Kurzbeschreibung


“»Ich bin wie du mit geschlossenen Augen, nur schlauer!« Das ist Parkers Credo, und sie hat strenge Regeln aufgestellt, wie sie behandelt werden will. Seit der Trennung von ihrem Freund Scott und dem Tod ihres Vaters verlässt sie sich nur noch auf sich selbst. Für jeden Tag, an dem sie nicht heult, gibt sie sich einen Goldstern. Sie trainiert fürs Laufteam – okay, sie ist blind, aber ihre Beine funktionieren ja. Und sonst hält sie sich die meisten Leute mit Ruppigkeit vom Hals. Bis Scott ihrer Liebe doch noch eine Chance geben will …”

Quelle: © Carlsen Verlag


Meine Meinung


Und manchmal muss erst der richtige Zeitpunkt kommen, an dem man dieses Werk in sich aufnehmen muss. Bei mir war genau jetzt dieser Zeitpunkt erreicht.
Um ehrlich zu sein fehlen mir die Worte um dieses Werk auch nur annähernd gerecht zu beschreiben.
Es gibt tausende von Liebesgeschichte oder Romane im allgemeinen, die tagtäglich unheimlich berühren. Und doch sieht man so vieles nicht.
Dieses Werk ist anders, es ist besonders, tiefsinnig, berührend und es hat mich einfach komplett aus der Bahn geworfen.
Man könnte natürlich sagen, es ist nichts besonders. Es ist eine Geschichte über eine junge Frau, die von vielen Höhen und Tiefen begleitet wird.
Man stürzt ab, steht wieder auf und nimmt auf diesem Wege doch so unheimlich viel mit.
Für sich selbst, für andere und auch für das Leben selbst.

Aber diese Geschichte ist nicht wie andere. Es ist Parkers Geschichte.
Und Parker ist nicht irgendwer. Parker ist blind. Aber das alleine macht sie vieleicht nicht besonders. Aber die einfühlsame Art, wie es geschrieben wurde, macht es zu etwas ganz besonderem und hat mich einfach mitten ins Herz getroffen.
Denn der Autor hat einfach eine unheimlich tolle Art zu schreiben. Lebendig, einfühlsam, leicht und fließend und dabei auch noch sehr bildgewaltig.
Er zaubert eine Atmosphäre, die Gänsehaut verursacht und einfach Glück und Traurigkeit gleichermaßen verschafft.

Denn Parker sieht. Sie sieht mit ihren Sinnen, mit ihrem ganzen Sein.
Parker selbst ist eine unheimlich schön ausgearbeitete Protagonistin. Ich hab sie sofort ins Herz geschlossen. Sie ist impulsiv, sanftmütig und eine Freundin, die man gern an seiner Seite hätte und doch gibt es auch eine Seite an ihr, die man nicht kennenlernen möchte.
Man möchte sie nicht zur Konkurrentin, zur Feindin haben. Denn auch wenn Parker vielleicht blind ist, so kann sie doch enorm gut austeilen.

Ganz ehrlich, dieser Roman hat mich vollkommen begeistert, mitgerissen und einfach auch fasziniert.
Parkers Geschichte ist nicht einfach. Sie ist schwer, melancholisch und auf seine ganz eigene Art und Weise enorm traurig.
Aber sie ist auch mit Glücksgefühlen und Leichtigkeit gefüllt, was sehr ans Herz geht.

Man erfährt hierbei Parkers Perspektive, wodurch ich mich gut in sie hineinversetzen konnte und ihr Handeln nachvollziehen konnte. Nein, das trifft es nicht ganz. Wer nicht blind ist, kann sich nur schwer vorstellen, wie es für Parker sein muss. Aber man bekommt ein Gefühl dafür.
Neben Parker sind auch alle anderen Charaktere wunderbar ausgearbeitet, authentisch und mit Leben gefüllt. Es gibt niemanden den ich nicht mochte. Auch wenn es kaum zu glauben ist, ich habe alle ins Herz geschlossen.
Dabei machen einige eine Wandlung durch, die mich doch überrascht hat.
Parker verändert das Leben aller und zeigt damit auch ihre eigene Entwicklung während der Handlung sehr gut auf.

Sie muss Verluste einstecken, vielleicht auch mal enormen seelischen Schmerz ertragen. Sie kämpft, leidet und steht wieder auf.
Grundsätzlich unterscheidet sie das nicht von uns anderen Menschen. Nur das es bei ihr tiefer geht.
Dieser Roman ist nicht nur ihre Geschichte. Er zeigt auf, das man auch solche Menschen nicht anders behandeln sollte. Denn gerade dieser Umstand ist wichtiger, als uns vielleicht bewusst ist.

Parkers Vergangenheit ist enorm bewegend. Der daraus resultierende Schmerz ist mehr als gut spürbar und verändert sie auf eine Art und Weise, die ihr vielleicht selbst nicht bewusst ist.
Ich mochte es unheimlich gern, wie sie aus sich herausging, wie man mehr über sie erfuhr.
Welche Wege sie ging und wie sie Herausforderungen meisterte.
Ich hab mich mit ihr gefreut, gelacht und war den Tränen nah.
Man kann dieses Roman nicht beschreiben, man muss ihn erleben und fühlen, um zu begreifen, warum er so besonders ist.
Für mich ist dieser bewegende und tiefgründige Roman zu einem absoluten Highlight geworden. Es sollten viel mehr Bücher geschrieben werden, die solch ernste Thematiken beinhalten.
Dieser Roman macht einfach bewusst, wie wertvoll das Leben, wie wertvoll man selbst ist.
Dabei werden gerade Aspekte wie Freundschaft, Liebe und Loyalität sehr groß geschrieben, was mir sehr gut gefallen hat.
Es gab vieleicht keine großen Überraschungen. Aber manchmal muss das auch nicht sein.
Ein Roman muss einfach Besonders sein und mitten ins Herz treffen.
So wie es hier der Fall war.


Fazit


“Wie ich dich sehe” ist ein ganz besonderer, einfühlsamer und berührender Roman, der mich mitten ins Herz getroffen hat.
Parker ist nicht wie andere Menschen.
Sie ist blind.
Der Autor zeigt mit diesem Roman sehr gut auf, worauf es im Leben wirklich ankommt und wie wertvoll das Leben und wir selbst wirklich sind.
Was sehen wirklich bedeutet und wie Parker ihr Leben meistert und über sich hinaus wächst.
Ein absolutes Highlight für mich.
Bitte mehr davon.


Buchdetails


Autor: Eric Lindstrom
Titel: Wie ich dich sehe
Originaltitel: Not If I See You First
Teil einer Reihe: /
Genre: Jugendbuch, Liebesroman
Alter: ab 14 Jahren
Erschienen: 25.November 2016
Verlag: Carlsen
ISBN: 978-3551583475
Seitenanzahl: 352
Preis: Hardcover 16,99€, Ebook 11,99€
Wertung: 5/5
Bildquelle/Cover: © Carlsen Verlag

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