Gillian McAllister – Going back. Wo fing das Böse an?


Kurzbeschreibung


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Es ist nach Mitternacht, du wartest auf deinen Sohn. Du siehst ihn kommen, doch er ist nicht allein. Du kannst kaum begreifen, was du beobachtest – dein lebensfroher jugendlicher Sohn ermordet einen Fremden.

Du weißt nicht, wen. Du weißt nicht, warum.

Du weißt nur, dass seine Zukunft verloren ist. Deine Welt zerbricht.

In dieser Nacht schläfst du verzweifelt ein. Als du aufwachst, bist du im Gestern, dann im Vorgestern. Jeden Morgen wachst du einen weiteren Tag vor dem Mord auf. Und du begreifst: Irgendwo in der Vergangenheit liegt eine Antwort, der Auslöser für dieses Verbrechen. Der Moment, in dem das Böse seinen Ursprung fand. Und deine einzige Chance, die Zukunft deines Sohnes zu retten …
Quelle: © Piper Verlag


Meine Meinung


Auf „Going Back. Wo fing das Böse an?“von Gillian McAllister bin ich vor allem durch die positiven Meinungen dazu aufmerksam geworden. Aber es klang auch mal nach einem völlig anderen Thriller, der einen faszinierenden Genremix innehat.

Der Schreibstil der Autorin ist wahnsinnig fesselnd und bildhaft.
Die Atmosphäre ist sehr drückend und beklemmend gehalten.
Hierbei begleiten wir Jen und Ryan.
Jen ist eine sehr starke und selbstbewusste Protagonistin, nur leider weiß sie die wertvollen Momente im Leben nicht als solche zu betrachten. Vielmehr hat man das Gefühl, es gleitet an ihr vorüber, ohne dass sie es auch nur bemerkt.
Interessant sind die zwei Arten von Jen.
Die, die ihr Leben an sich vorüberziehen lässt. Und die, die fokussiert ist, emotional und verletzlich und gerade daraus ihre größte Stärke zieht.
Ryan ist ein Geheimnis durch und durch.
Zunächst noch voller Flausen im Kopf, ahnt er nicht, was sein Leben im Bruchteil einer Sekunde verändert.
Ich mochte vor allem Jen sehr gern, weil sie menschlich und trotzdem koordiniert agiert hat und dadurch nonstop in Atem hält.
Und obwohl man Ryan eigentlich sehr gut kennenlernt, so hat man das Gefühl, ihn nie wirklich zu kennen.
Auch die Nebencharaktere fügen sich sehr gut ein. Sie sind nicht allzu tiefgründig, was aber auch nicht notwendig ist.

Würdest du dein Leben beeinflussen, wenn du die Macht dazu hättest?
Aber welche Auswirkungen hätte das für dich und dein Leben?
Jens Leben zersplittert in einer Vielzahl von Komponenten, als ihr Sohn einen Mord verübt und ihr Dasein nur noch aus Schmerz zu bestehen scheint.
Einen Tag später bewegt sie sich rückwärts in ihrem Dasein.
Um diese Tat zu verhindern oder zu verstehen?
Ich muss zugeben, es ist faszinierend, wenn man die Möglichkeit hätte, sein Leben so zu beeinflussen. Aber was macht es mit einem selbst? Davor und Danach?
Für Jen kristallisieren sich gleich mehrere Dinge heraus. Wer ist sie und wie genau kennt sie ihr Umfeld wirklich?
Es ist erschreckend zu sehen, wie viele Dinge man im Leben nicht sieht, die sich aber fatal auf alles auswirken können.
Und wer wird sie danach überhaupt noch sein? Und vor allem wird es überhaupt ein Danach geben?

Dieser Thriller hat eine unglaubliche Sogwirkung, obwohl er relativ ruhig ist, so konnte ich Ihn keinen Moment aus der Hand legen.
Dabei ist der Mord nur die Ausgangslage.
Vielmehr geht es darum, sein Leben mit all seinen Sinnen wahrzunehmen und zu analysieren.
Aber gerade auf dieser Ebene macht Jen einiges durch. Sie lernt Momente zu schätzen, aber auch zu hinterfragen.
Sie läuft nicht mehr blind durch die Gegend.
Und das macht eine ganze Menge mit ihr.
Es verstört und verängstigt sie gleichermaßen, aber trotzdem ist da so viel Schönes, dass sie festhalten möchte.
Dieser Thriller ist in meinen Augen unglaublich clever ausgearbeitet. Ein Verbrechen quasi rückwärts ablaufen zu lassen und dabei so unglaublich wichtige Aspekte mit einfließen zu lassen. Es ist einfach großartig und eröffnet zugleich so viele Möglichkeiten.
Dabei bindet die Autorin Themen ein, die so perfide und manipulativ sind, dass einem das Grauen in alle Glieder zieht. Es ist nicht mal die Intention dahinter, vielmehr ist es der schleichende Prozess, der immer weiter in die Abwärtsspirale führt und dem man hilflos ausgeliefert ist.

Bis fast zum Schluss war es sehr nervenaufreibend und intensiv. Dabei sind es keine extremen Wendungen, die dich aus der Starre lösen, in der du permanent festhängst.
Viel mehr passieren sie so gekonnt und richtig, dass man es wirklich verstehen und nachvollziehen kann.
Man erkennt aber auch, wie gefährlich eine ganz bestimmte Position im Leben ist.
Zeitreisen sind seit jeher faszinierend für mich. Gillian McAllister hebt es nochmal auf eine völlig neue Ebene und bindet es perfekt ein. Aber man sollte dabei nie vergessen, dass jede Tat auch ihre Nebenwirkungen hat, die man niemals, auch nur ansatzweise bedenken oder beeinflussen kann.
Insgesamt bin ich absolut begeistert.
Ein atmosphärischer Thriller, der dir zeigt, dass du nur ein Leben hast und es intensiv und mit all deinen Sinnen leben solltest.


Fazit


Gillian McAllister hat mit „Going Back. Wo fing das Böse an?“ einen beeindruckenden und cleveren Genremix erschaffen, der mich unglaublich begeistert hat.
Atmosphärisch, beklemmend und feinfühlig.
Eine vielschichtige Geschichte, die die ganze Tragik erst nach und nach offenbart und dich vor die Frage stellt, wie gut du dein Umfeld wirklich kennst.
Unbedingt lesen.


Buchdetails


Quelle: © Piper Verlag

Autor: Gillian McAllister
Titel: Going back. Wo fing das Böse an?
Teil einer Reihe: /
Orginaltitel: Wrong Place, Wrong Time
Übersetzer: Maria Hochsieder
Genre: Thriller
Erschienen: 27. April 2023
Verlag: Piper Verlag
ISBN-10: 3492064167
ISBN-13: 978-3492064163
Seitenanzahl: 432
Preis: Paperback 17,00€, Ebook 14,99€ , Hörbuch Download 24,95€
Wertung: 5/5
Bildquelle/Cover: © Piper Verlag

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