Mary Sardarjan – Nichts als Finsternis


Kurzbeschreibung


Die Menschheit geht unter und alles was du hast, ist diese einzige Person.

Ian liebt seine Stieftochter Katalina.
Er will sie unbedingt beschützen. Als die Welt von einer neuen Spezies beherrscht wird, haben sie nur noch einander. Doch Katalina wird von den unheimlichen menschenfressenden Kreaturen verschleppt und landet in einer Lagerhalle, wo sie mit unzähligen anderen Menschenfrauen für Nachwuchs sorgen soll. Ian hat nur wenig Zeit, sie zu finden und zu retten, denn nachdem die Mutantenbabys geboren sind, dienen ihnen ihre Erzeugerinnen als Nahrung.
Seine einzige Hoffnung ist Skara, eine männerhassende Frau, die das Folterlager überlebt hat und seinen Weg kreuzt. Aber Skara hat sich geschworen, diesen Ort nie wieder zu betreten – und Katalina läuft mit jedem weiteren Tag die Zeit davon.

Wer die Autorin bereits kennt, weiß: Hierbei handelt es sich um keine einfache Liebesgeschichte. Es sind zum Teil verstörende Szenen dabei. Enthalten sind Gewalt und Erotik.
Quelle: © Mary Sardarjan


Meine Meinung


Das Cover ist schon eine Wucht. Es steht für Stärke, Mut und Verwundbarkeit. Etwas was diesen Roman einfach perfekt beschreibt.
Den Klappentext fand ich schon etwas verstörend, wodurch ich aber erst recht neugierig auf den Inhalt wurde.
Der Schreibstil ist sehr einnehmend, klar und fließend. Die Atmosphäre die einen sofort empfängt sehr düster, unheilvoll und wenig hoffnungsvoll und das bringt es einfach auch perfekt auf den Punkt.

Denn wenn dieser Roman eins nicht hat, dann ist es Hoffnung. Achtung, jetzt kommt das verquere daran. Denn gleichzeitig wird man von Momenten voller Hoffnung überschwemmt.
Denn nur wer diese Momente lebt und davon zehrt, kann überhaupt in dieser Welt überleben.
Etwas sehr essentielles und enorm wichtiges. Denn ohne ist man verloren und praktisch am Ende.
Im Fokus des Ganzen stehen Ian, Kata und Skara, die der Hölle trotzen und ihre Krallen zeigen. Sie kämpfen um zu überleben und mit jedem Schritt mehr zeigt sich, was die Hölle ihnen selbst und ihrer Menschlichkeit antut.
Wer also sind die wahren Monster?
Die, die über die Welt herfallen oder jene, die sich langsam und schleichend nähern. Wispern, verschlingen und Seelen zu seinem Eigen machen.
Wieviel Monster steckt in jedem verborgen und wieviel davon , bekommt man zu sehen?

Hierbei erfährt man auch die Perspektiven von Ian, Kata und Skara. Wodurch sie enorm viel Tiefe erlangen. Denn die Autorin lässt uns sehr detailliert an ihrem Hintergrund teilhaben. Das empfand ich als sehr großartig, denn dadurch fühlt und versteht man sie viel besser. Man entwickelt Sympathie und Antipathie und diesen Kreislauf macht man immer wieder aufs Neue durch. Denn die Entwicklung der Drei, hat mich immer wieder gefordert, aber teilweise auch die Augen verdrehen lassen.
Besonders Kata hat mir hin und wieder alles abverlangt. Weil es Szenen gab, in denen sie sich einfach kindisch benahm und mir damit ordentlich auf den Wecker ging.
Dagegen hat mich Skara ordentlich beeindruckt, und das obwohl ich sie eigentlich erst überhaupt nicht mochte.

Man taucht abwechselnd immer wieder in Vergangenheit und Gegenwart ein, was enorm wichtig ist. Denn gerade in zwischenmenschlichen Belangen punktet Mary Sardarjan ordentlich. Dabei bekommt man es mit Moral, Wahn und auch Obsession zutun. Ein Bereich der nicht klar definiert werden kann, aber doch als verwerflich gelten kann.
Und daneben erlebt man , wie die Frauen durch die Hölle gehen.
Menschlichkeit- ein Trugschluss.
Kreaturen, die Angst einflößend und einfach bestialisch sind.
Eine Welt, die völlig außer Kontrolle gerät.

Obwohl diese Kreaturen doch sehr verstörend sind und es einem kalt den Rücken runterläuft , hätte ich mir diesbezüglich noch viel mehr Details gewünscht. Sie sind entsetzlich, sie sind grauenhaft und brutal. Und doch hat mich diese Spezies sehr fasziniert. Diesbezüglich wird jedoch nicht zu sehr ins Detail gegangen, was ich doch sehr schade finde.
Ja, es hat mich schockiert, aber eher auf der mentalen Ebene. Was dort passiert, ist grauenvoll. Und doch hätte ich mir bezüglich der Taten noch mehr Tiefgang gewünscht.
Ebenso dem Hintergrund dessen.

Die Story selbst hat mir hingegen wunderbar gefallen. Denn es geht hier um Hoffnung und Stärke und wie lange diese am Leben bleiben kann.
Die Story hat sich entwickelt, spannend bis zum letzten Moment. Wenn auch nicht mit bahnbrechenden Überraschungen überzogen.
Ich hab unglaublich mit den Charakteren mitgefiebert, insbesondere mit Ian und Kata. Das Ende hat mich dann wirklich überrascht und so viel grübeln lassen. Denn mit einem Mal wird so viel klar. Sprachlosigkeit, Entsetzten fluteten mich und ich war absolut fassungslos.
Ich möchte auch darauf hinweisen, das es hier einige explizite Szenen gibt. Provokant, primitiv und doch auch dramatisch, tragisch und berechnend.
Für zarte Gemüter ist es nicht unbedingt geeignet, auch wenn es für mich etwas seicht war.

Schlussendlich ein klasse Roman, bei dem am Ende entscheidend ist, wer du wirklich bist und was du daraus machst.


Fazit


“Nichts als Finsternis” ist beeindruckend, verstörend und beklemmend.
Eine Hoffnung, die sich durch das Ganze Buch zieht und eine Stärke, die es am Leben erhält.
Es geht um Monster, Menschlichkeit und Moral.
Denn die Autorin spinnt nicht nur einen sehr verstörenden und beängstigenden Hintergrund, sie zeigt auch auf, wieviel sich dadurch verändert.
Ein klasse Roman, bei dem am Ende entscheidend ist, wer du wirklich bist und was du daraus machst.


Buchdetails


Quelle: © Mary Sardarjan

Autor: Mary Sardarjan
Titel: Nichts als Finsternis
Teil einer Reihe: /
Genre: Horror, Romance
Erschienen: 01.Mai 2020
ASIN: B087TK3ZT9
Seitenanzahl: 272
Preis: Ebook 2,99€
Wertung: 4/5
Bildquelle/Cover: © Mary Sardarjan

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