Sandy Mercier – Die Todesküsserin


Kurzbeschreibung


Wie du mir, so ich dir. Ein Mann wird tot aufgefunden. Er wurde brutal gefoltert, und auf seiner Stirn prangt der rote Lippenstiftabdruck eines Kusses.
Kommissarin Tanja Müller soll sich dem Fall der Todesküsserin annehmen, der sie schnell an die Grenzen ihrer Belastbarkeit bringt. Denn ins Visier der Medien gerät ausgerechnet ihre beste Freundin, und weitere Morde folgen.
Hat die psychisch kranke Emma tatsächlich etwas mit den grausamen Taten zu tun? Plötzlich steht Tanja vor einer tödlichen Entscheidung.
Quelle: © Sandy Mercier


Meine Meinung


Nachdem mich Sandy Mercier kürzlich total umgehauen hat. Musste ich unbedingt ein weiteres Werk von ihr lesen. Und mein Gott, sie hat es wieder geschafft, mich vollends um den Verstand zu bringen.

Ein Fan von dem Cover bin ich zwar nicht unbedingt, muss aber wirklich zugestehen, das es sehr gut zur Story passt.
Der Klappentext hat mich enorm neugierig gemacht und so begann ich flugs mit dem Lesen.
Bereits der Einstieg verlangte mir einiges ab und zeigte sehr deutlich auf, womit man es hier zutun bekommt.
Eiseskälte, Dominanz und der unstillbare Ruf nach Rache und Erfüllung.
Mir wurde ganz anders und ich musste unbedingt mehr darüber erfahren.
Die Atmosphäre ist sehr düster, beklemmend, durchzogen von Wut und Angst. Es brodelt so viel Traurigkeit zwischen den Zeilen, das es mich komplett überwältigt hat.
Sandy Mercier hat einen fesselnden und einnehmenden Schreibstil. Dabei ist dieser auch sehr fordernd , klar und bildhaft.
Mich hat die Story sofort gepackt und ich inhalierte sie einfach nur.

Im Zentrum stehen in erster Linie John und Tanja. Zwei Polizisten, die einer besonders gefährlichen und eiskalten Mörderin auf der Spur sind.
Diese scheint wahllos zu agieren und schnell häufen sich die Verdächtigen.
John und Tanja mochte ich sofort und hab jede einzelne Sekunde mit ihnen mitgefiebert und gezittert.
Tanja hat mit ihrem eigenen Leben zu kämpfen. Ein Leben, in dem sie immer mehr den Halt und sich selbst zu verlieren droht. John dagegen ist wie eine feste Konstante, eine Schulter zum anlehnen und ausweinen. Ich mochte diese Kombination unglaublich gern. Weil sie Wärme und Stärke vermittelte, aber zugleich auch Angst und innere Zerrissenheit.
Die Perspektiven erfolgen hier aus unterschiedlicher Richtung. Dadurch sind die verschiedenen Charaktere auch sehr facettenreich und tiefgründig gestaltet. Anhand der Thematik kommt man den Hintergründen auf die Spur und spürt dabei so viel Schmerz, Angst und Verlorenheit.
Das Erlebte äußert sich unterschiedlich. Ich war wirklich erstaunt, in welche Richtung sich die Charaktere entwickelten.
Diese sind sehr authentisch und greifbar. Haben mehr Schatten- , als Sonnenseiten und wachsen vielleicht auch dadurch so sehr ans Herz.
Einige haben ständig die Wut in mir hoch brodeln lassen, andere dagegen wollte ich einfach nur in den Arm nehmen und Trost spenden.
Die verschiedenen Schicksale gingen mir wirklich nahe und haben gezeigt, wie zerbrochen, wie verloren die einzelnen Seelen sind.
Sie leben nicht richtig, sie existieren dabei nur und zerstören sich selbst. Es zeichnet sie fürs Leben. Und das birgt so unglaublich viel Traurigkeit und Tragik.
Ein Umstand , der sie aber auch angreifbar und verletzlich macht.
Und während man die Charaktere durchleuchtet und sich Ihnen nähert, hält die Todesküsserin die Füße einfach nicht still.
Bevor man es auch nur realisieren kann, liegt schon der nächste Tote parat. Und es wird immer schlimmer und perfider.
Dabei erhascht man auch Einblicke in die Taten. Es ist nicht allzu detailliert, so daß es gut ertragbar ist.
Dennoch ist da so viel Besessenheit und Kaltblütigkeit im Spiel, das es mir immer wieder kalt den Rücken runter fuhr.

Obwohl ich schon früh erahnte wer dahintersteckt, so hat das keineswegs die Spannung getrübt.
Meine Nerven lagen regelrecht blank und ständig kamen neue Wahrheiten und Erkenntnisse ans Licht.
Der Autorin gelang es geschickt einige Wendungen einzuweben, die ich so nicht erwartet habe und die mich vollkommen überrascht und auf Trab gebracht habe.
Auch auf der zwischenmenschlichen Ebene versteht sie perfekt zu punkten. Mir hat es wahnsinnig gut gefallen, wie die Charaktere miteinander agiert und sich dabei entwickelt haben. Dabei spielten meine Emotionen regelmäßig verrückt.
Im letzten Drittel hat sie nochmal ordentlich auf die Pauke gehauen. Es ging Schlag auf Schlag und ich wusste gar nicht, wohin ich zuerst schauen sollte.
Ein wirklich sehr genialer Thriller, der mich leiden, lachen und mitfiebern ließ.
Das Ende ist mehr als gut gelungen und ich würde mich wahnsinnig über ein Wiedersehen von John und Tanja freuen.


Fazit


Die Todesküsserin hinterlässt ihre Spuren.
Nicht nur auf der Stirn ihrer Opfer.
Vergangenheit wird zur Gegenwart.
Angst zu Stärke.
Doch wer wird am Ende der Stärkere sein?

Sandy Mercier ist hier ein überaus nervenzehrender und einfach genial ausgearbeiteter Thriller gelungen , der besonders auf der psychologischen Ebene glänzt.
Mich hat er ununterbrochen gefordert und an meine Grenzen stoßen lassen. Wer Thriller liebt, sollte hier unbedingt zugreifen.
Ich bin total hingerissen davon, wie genial diese Frau schreiben kann und brauch unbedingt mehr von John und Tanja.
Ein absolutes Highlight.


Buchdetails


Autor: Sandy Mercier
Titel: Die Todesküsserin
Teil einer Reihe: /
Genre: Thriller
Verlag: Books on Demand
Erschienen: 3. Dezember 2018
ASIN: B07KWRNSTT
ISBN-10: 3748181361
ISBN-13: 978-3748181361
Seitenanzahl: ca. 356
Preis: Ebook 3,99€ , Taschenbuch 11,99€
Wertung: 5/5
Bildquelle/Cover: © Sandy Mercier

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