Abigail Dean – Girl A


Kurzbeschreibung


Eltern sollten ihre Kinder lieben und beschützen. Was, wenn sie das Gegenteil tun?

»Mein Name ist Alexandra Gracie, ich bin 15 Jahre alt. Bitte rufen Sie die Polizei.« Unzählige Male hat sich Lex Gracie vor ihrer Flucht aus dem Elternhaus diesen Satz vorgesprochen, angekettet an ihr Bett, vor Dreck starrend, bis auf die Knochen abgemagert. Mit ihrer Kindheit im Horrorhaus, wie die Presse das Elternhaus der sieben Geschwister bald nach Lex‘ Flucht taufen sollte, muss sich die mittlerweile erwachsene Anwältin konfrontieren, als ihre Mutter im Gefängnis stirbt und ihr das Elternhaus vermacht. Alles, was sie jahrelang verdrängt hat, bricht sich nun Bahn: der Hunger, die Angst – und ihre Identität als Girl A, das Mädchen, das entkam.
Quelle: © HarperCollins Verlag


Meine Meinung


Der Klappentext zu „Girl A“ von Abigail Dean klang richtig gut und vor allem sehr vielversprechend. So dass ich nicht lange überlegen musste, sondern mich blind hineinfallen ließ.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr einnehmend. Die Atmosphäre sehr drückend und beklemmend.
Lex steht hierbei im Fokus, dabei erfahren wir ihre Perspektive, was ihr sehr viel Raum gibt.
Ich empfand alle Charaktere als überaus schwierig. Lex erzählt uns diese Geschichte und man hat das Gefühl, sie hat eine mentale Mauer um sich herum aufgebaut.
Sie lässt nichts, aber auch gar nichts durchdringen. Nicht mal den Leser.
Das ist durchaus verständlich und nachvollziehbar,in Anbetracht der Tatsache, was sie alles erleben musste. Und trotzdem hätte ich mir einfach für mich mehr Lebendigkeit und Emotionen gewünscht.
Bei Lex hat man das Gefühl, sie existiert, aber lebt nicht richtig.
Eine Hülle ohne Form und Substanz.
Aber nicht nur Lex ist entkommen.
Auch Gabriel und Delilah sind darunter.
Und jeder scheint es auf seine eigene Art und Weise zu kompensieren. Was nicht immer Sympathiepunkte einbringt.

Schwierig empfand ich die Länge der Kapitel. Denn diese sind sehr lang. Es sind 7 Kapitel und sie befassen sich jeweils mit den Opfern.
Dabei wird immer wieder zwischen Vergangenheit und Gegenwart gewechselt, was sehr interessant, aber auch erschreckend zu beobachten war.
Besonders die Vergangenheit verlangt menschlich gesehen einiges ab und ist sehr heftig, was sich da herauskristallisiert.
In der Gegenwart wiederum sieht man, wie die Charaktere sich entwickelt haben.
Dabei wird auch das nahe Umfeld mit einbezogen.
Ich hab mir so sehr mehr Emotionen und Intensität gewünscht, damit ich einfach etwas fühlen würde. Die Charaktere jedoch blieben mir seltsam fremd. Sie waren zu unnahbar, zu zerbrochen, um sie in irgendeiner Art und Weise greifen zu können.
Abigail Dean hat hier eine sehr zerbrechliche und zerstörerische Geschichte ausgearbeitet, die auch wichtige Themen beinhaltet.
Leider hat die Umsetzung nicht ganz meinen Geschmack getroffen.
Hier wäre mehr möglich gewesen.
Kann man lesen, muss man aber nicht.


Fazit


„Girl A“ ist eine sehr heftige Geschichte, die ernste Themen behandelt und dabei auch das Umfeld mit einbezieht.
Trauerbewältigung, Traumas und Missbrauch in unterschiedlicher Form.
Leider konnte mich die Umsetzung nicht so zufrieden stellen wie erhofft.
Zu wenig Emotionen, zu wenig Intensität.
Eine Geschichte die sehr erschütternd und bewegend ist, wenn man hinter die Mauer schaut.
Kann man lesen, muss man aber nicht.


Buchdetails


Quelle: © HarperCollins Verlag

Autor: Abigail Dean
Titel: Girl A
Originaltitel: Gitl A
Übersetzer: Klaus Timmermann, Ulrike Wasel
Teil einer Reihe: /
Genre: Thriller
Erschienen: 24. Januar 2023 (Taschenbuch)
Verlag: HarperCollins
ISBN-10: 336500081X
ISBN-13: 978-3365000816
Seitenanzahl: 416
Preis: Taschenbuch 12,00€, Ebook 8,99€, Gebundene Ausgabe, Hörbuch ungekürzt 14,99€
Wertung: 3/5
Bildquelle: © HarperCollins Verlag

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