Martin Krist – Wunderland (Paul Kalkbrenner 8)


Kurzbeschreibung


Hart. Realistisch. Spannend.

Für den sechsjährigen Michel bricht eine Welt zusammen, als seine Eltern bei einem Autounfall sterben. In Richard findet er einen väterlichen Freund. Doch die Geborgenheit währt nicht lange.
Jaminas Bruder wird tot aufgefunden. Überdosis – obwohl er seit Jahren clean war. Jamina beginnt nachzuforschen und gerät selbst in Gefahr.
Währenddessen wird Kommissar Kalkbrenner zu einer Leiche auf einer Mülldeponie gerufen. Seine Ermittlungen führen ihn geradewegs in die Hölle …
Der neue Fall für Kommissar Kalkbrenner. Nach wahren Begebenheiten.

Quelle: © Martin Krist


Meine Meinung


Mit jedem weiterem Werk von Martin Krist, fallen mir die Worte immer schwerer.
Weil ich niemals das auch nur annähernd ausdrücken kann, was ich dabei empfinde
Mit „Wunderland “ hat er sich im wahrsten Sinne des Wortes selbst übertroffen.
Denn nicht nur die Thematik ist unglaublich heftig. Ungelogen, ich hatte so viele Tränen in den Augen, weil es mich so extrem fertig gemacht und niedergerungen hat.

Zu seinem Schreibstil muss ich eigentlich gar nichts mehr sagen.
Es ist bewundernswert wie intensiv und schonungslos er über diese Themen schreiben kann, ohne nicht selbst völlig den Boden unter den Füßen zu verlieren.
Hierbei erfährt man abwechselnd die Perspektiven von Michel, Jamina und Kalkbrenner.
Dabei bewegt man sich auf unterschiedlichen Zeitebenen. Mich persönlich hat Michel am meisten gefordert und am wenigsten losgelassen. Er hat mich so intensiv berührt und das auf sehr schmerzhafte Art und Weise.
Michel ist so verloren, so gebrochen und einsam. Niemals habe ich einen Menschen kennengelernt, der so sehr seine eigene Seele vor mir entblößt hat.
Der so verletzlich, so wütend und verzweifelt war. Aber Michel ist stark. In jeder gottverdammten Sekunde stellt er es unter Beweis.
Aber nicht nur Michel ist ein herausragender Charakter. Auch die übrigen Charaktere beeindrucken über alle Maßen.
Ich fand sie überaus authentisch, greifbar und einfach lebendig.

Es handelt sich hierbei um den 8.Band der Paul Kalkbrenner Reihe. Diesmal tritt er mit Sera Muth in Aktion.
Sie haben es mit einem komplexen Fall zutun, der Ihnen nicht nur menschlich gesehen, alles abverlangt.
Darüber hinaus hat Kalkbrenner auch privat einiges zu meistern, was definitiv nicht ohne ist.
Der Einstieg fiel mir sehr leicht. Bereits die ersten Zeilen haben mich über alle Maßen gefesselt und nicht eine Sekunde losgelassen.
Michel hat mich nicht losgelassen.
Martin Krist widmet sich hier überaus schwerer und verstörender Kost. Und so schrecklich es auch ist, leider ist es real.
Es gibt mehr Betroffene, als man sich vorstellen kann.
Doch die Mauern des Schweigens sind verdammt hoch und nur schwer zu durchdringen.
So viel Hilflosigkeit, so viel Schmerz und Hoffnungslosigkeit.
Mein Herz hat geblutet, bei dem, was mir hier widerfuhr. Unerträglich und so viel.
Zu viel, um es nur ansatzweise verkraften zu können.

Martin Krist spart zwar mit blutigen Details, dennoch gehen gerade hier die psychologischen Aspekte unglaublich tief, mehr als man sich vorstellen kann.
Menschlichkeit quasi nicht vorhanden.
Wie kann man so empathielos, so skrupellos sein?
Wie kann man guten Gewissens jeden Morgen in den Spiegel sehen?
Ich weiß es nicht. Ich finde einfach keine Worte.
Im Fokus stehen zwei Mordfälle.
So unterschiedlich, wie nur irgendetwas sein kann.
Wie kam es dazu?
Und wie hängt alles zusammen?
Mit sehr viel Feingefühl und schrecklichen Wahrheiten deckt Martin Krist eine Tragödie auf, die man vielleicht kommen sieht, aber niemals in diesem Ausmaß erwarten würde.
Vieles hab ich erwartet, und trotzdem hat es mir den Boden unter den Füßen weggezogen.
Die Thematik dahinter ist äußerst schmerzhaft und tragend. Aber es ist wichtig ,über sie zu sprechen und aufzuzeigen, was sie mit den Menschen macht.
Wie es sie immer mehr zerstört und letztendlich nichts mehr von Ihnen übrig bleibt.
Und manchmal wird eben doch nicht wieder alles gut.
Eines der stärksten, schmerzhaftesten und emotionalsten Werke, die Martin Krist je zu Papier gebracht hat.

 


Fazit


Wunderland ist düster, verstörend und überaus schmerzhaft und beklemmend.
Martin Krist befasst sich mit einer sehr ernsten und sensiblen Thematik, die so grausam es auch klingt, leider viel zu oft Realität ist.
In seinem neuen Thriller setzt er weniger auf Blut, als viel mehr auf psychische und physische Folter, was umso schwerer wiegt und mich regelmäßig an meine Grenzen und darüber hinaus brachte.
Noch jetzt bin ich erschüttert, sprachlos und den Tränen nahe.
Für mich eins der stärksten, schmerzhaftesten und emotionalsten Werke, die er je geschrieben hat.
Unbedingt lesen. Für mich ist es definitiv ein Highlight und darüber hinaus ein Buch, das zum nachdenken anregt.

 


Buchdetails


Quelle: © Martin Krist

Autor: Martin Krist
Titel:Wunderland
Teil einer Reihe: Paul Kalkbrenner – Band 8
Genre: Thriller
Erschienen: 11. April 2022
Verlag: Independently published
ASIN: B09X1SR4LP
ISBN-13: 979-8447201456
Seitenanzahl: 421
Preis: Taschenbuch 12,99€, Ebook 0,99€ (Einführungspreis, )
Wertung: 5/5
Bildquelle/Cover: © Martin Krist

Amazon ⇒ zum Ebook ⇐

Amazon ⇒ zum Taschenbuch ⇐

⇒ auf der Website des Autors ⇐

 


Seriendetails


Paul Kalkbrenner

  1. Zornesblind
  2. Teufelswild (Gier)
  3. Mordskalt (Trieb)
  4. Engelsgleich
  5. Kalte Haut
  6. Kindsschuld
  7. Märchenwald
  8. Wunderland

Ein Kommentar

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

elf + sieben =