Martin Krist – Mädchenschmerz


Kurzbeschreibung


Hart. Realistisch. Spannend. True Crime.

Haste was, biste was. – Doch Siggi lebt im Ruhrpott, seine Eltern gehören zur Arbeiterschicht. Für Siggi ist das Leben in den öden Zechensiedlungen keine Option. Gemeinsam mit seiner großen Liebe Wendy träumt er von einer schillernden Zukunft und trifft dafür einen fatalen Entschluss …

Ein schonungsloser Einblick ins Milieu: eine wahre Geschichte, aufgeschrieben von Martin Krist, Autor der #1-Thriller-Serie rund um Kommissar Kalkbrenner.

Quelle: © Martin Krist


Meine Meinung


Längst ist es kein Geheimnis mehr, dass ich die Thriller von Martin Krist vergöttere.
Umso mehr habe ich mich auch auf „Mädchenschmerz“ gefreut.
Kein Thriller, sondern True Crime. Was sofort etwas Beklommenheit in mir auslöste.
Kein Gemetzel. Dafür punktet diese Story mit so viel mehr, als man vermuten würde.

Siggi erzählt uns seine Geschichte, demzufolge erfahren wir dabei auch seine Geschichte.
Seine Träume und seine knallharte Realität.
Siggi plant großes, auch wenn das im Arbeitermilieu ,in dem er aufwächst, nur schwer umzusetzen ist.
Ich habe ihn wirklich bewundert für seine Entschlossenheit und seinen Mut, die Dinge, die ihm wichtig waren, anzugehen.
Er war mir unglaublich sympathisch, gerade weil er stur seinen Weg ging, um seinen Traum wahr werden zu lassen.
Das Leben verläuft selten so, wie wir es uns erhoffen.
Einmal falsch abgebogen, kann sich alles verändern.
Und trotzdem hat man es selbst in der Hand, sein Leben zu gestalten.
Doch die süßen Verführungen des Lebens beeinflussen uns immer wieder. So auch Siggi.

Seine Geschichte hat mich wirklich berührt und durchweg beschäftigt.
Ein junger Mann, der so viel erreichen könnte, biegt einmal falsch ab und schon wird er weggerissen von seinen Träumen.
Ich mochte ihn wirklich, auch wenn ich oft mit mir haderte, weil sein Treiben alles andere als gesund war.
Man hat das Gefühl, er hat unzählige Leben und lässt diese doch ungenutzt verstreichen.
Aber das Schlimmste ist diese Großspurigkeit.
Vermeintlicher Luxus ist nichts weiter als bemitleidenswert und vergänglich. Wenn man die Situation dahinter betrachtet.
Siggi sagt immer : Haste was, biste was.
Aber was ist er denn? Gefürchtet, arrogant und ja, auch ein wenig selbstverliebt.
Er leidet darunter, keine wahren Freunde zu haben. Aber hinterfragt er sich selbst? Nein.
Das wäre ja anmaßend.

Martin Krist nimmt kein Blatt vor den Mund und schildert ungeschönt und glasklar Siggis Leben.
Das aufstrebend begann, ihn aber immer tiefer fallen ließ. Siggi war glücklich, Siggi gehörte die Welt.
Wow, da fehlen mir wirklich die Worte.
Wir begleiten ihn über Jahre hinweg und jedes Mal wurde ich noch wütender darüber, weil er scheinbar gar nichts begriffen hat.
Bis es förmlich eskaliert und er sich an einem Scheideweg befindet.
Doch welchen Weg wird er diesmal einschlagen?

Martin Krist zeigt hier ganz klar auf, dass Leute mit Siggis Kaliber letztendlich auch nur Menschen sind, die ihr Leben glücklich gestalten wollen.
Und das wahre Glück liegt immer im Auge des Betrachters.
Wirklich nahe gingen mir die psychologischen Aspekte dahinter. Denn auch wenn eine gewisse Großspurigkeit vorhanden ist, so steckt dahinter auch Schmerz und eine gewisse Tragik.
Wir sind nicht nur das ,was wir in uns sehen, sondern vor allem das, was die Menschen und das Umfeld aus uns machen.

„Mädchenschmerz“ hat eine unglaubliche Sogwirkung. Ich konnte es nicht einen Moment aus der Hand legen.
Dabei geht der Autor sehr schonungslos vor.
Drogen, Frauen und Gewalt nehmen sehr viel Raum ein. Wie es eben so im Rotlichtmilieu zugeht.
Es ist sehr authentisch und ehrlich.
Dabei ist die Brutalität hinter der Fassade so gut spürbar. Dabei geht es längst nicht mehr nur um Siggi, sondern auch um sein Umfeld.
Man lernt dabei zahlreiche Menschen kennen und weiß einfach nicht, was man empfinden, was man denken soll.
Mich hat die Story unglaublich begeistert.
Weil sie Höhen und Tiefen hatte, weil es immer wieder Momente der Hoffnung gab.
Weil man so wütend wurde, weil die eigentlichen Sehnsüchte vom Rausch weggetragen wurden und durch vermeintliches Glück und Luxus ersetzt wurden.
Eine Story, die ich ewig hätte weiterlesen können.
Hiermit beweist der Autor ganz klar, dass er auch True Crime schreiben kann.

 


Fazit


Erstmalig gibt es True Crime von Martin Krist.
Und das beherrscht er in meinen Augen unglaublich gut.
Ungewohnt tiefsinnig vollstreckt sich hier ein Werdegang, der bewegt und ob man will oder nicht, auch zum Nachdenken anregt.
Es begann mit Träumen , bis es nur noch die knallharte Realität gab, die ihre eigenen Lektionen in petto hatte.
Ungeschönt, brutal und tiefgreifend.
Unbedingt lesen.

 


Buchdetails


Quelle: © Martin Krist

Autor: Martin Krist
Titel: Mädchenschmerz
Teil einer Reihe: /
Genre: True Crime
Erschienen: 24. Oktober 2022
Verlag: Independently published
ASIN: B0BHMQYSDW
ISBN-13: 979-8357780720
Seitenanzahl: 300
Preis: Taschenbuch 9,99€, Ebook 0,99€ (Einführungspreis, )
Wertung: 5/5
Bildquelle/Cover: © Martin Krist

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