Gisela B. Schmidt – Im Zerrbild


Kurzbeschreibung


Liebe zwischen Grausamkeit und Hingabe.

Und ein Heiratsantrag mit gefährlichen Folgen.

»Ja, ich will!« Mit Andreas Verlobung nimmt eine Reihe seltsamer Ereignisse ihren Lauf, die sie an ihrem Verstand zweifeln lässt. Telefonate, an die sie sich nicht erinnern kann, und Begegnungen, die aus ihrem Gedächtnis gelöscht scheinen, sind dabei nur der Anfang. Obwohl alles darauf hindeutet, glaubt Andrea nicht daran, an einer zeitweiligen Amnesie zu leiden. Sie hat eine andere Theorie: Ist der Stalker ihrer Kindheit wieder zurück, um ihre Hochzeit mit allen Mitteln zu verhindern?

Andrea beschließt, die Wahrheit herauszufinden, doch der Versuch treibt sie nicht nur an den Rand des Wahnsinns – er bringt sie auch in größte Gefahr …

Du vertraust niemandem außer dir selbst? Was, wenn du dich belügst?
Taschenbuch

Quelle: © Wreaders Verlag


Meine Meinung


Auf „Im Zerrbild“ von Gisela B. Schmidt bin ich eher zufällig gestoßen und hab mich sofort in Cover und Klappentext verliebt.
Ich liebe die Thematik des Stalkings ,weil sie sehr weitläufig und vielfältig ist und ich war unfassbar gespannt darauf, was die Autorin daraus machen würde.
Also ist es kaum überraschend, dass ich diesen Psychothriller sofort lesen musste.

Ihr Schreibstil ist unglaublich fesselnd und bildgewaltig. Dazu webt sie eine sehr beklemmende und unheimliche Atmosphäre, was ungemein gut zum Kern der Grundstory passt.
Andrea steht im Fokus von allem und darum erfahren wir auch ihre Perspektive.
Ich mochte Andrea unglaublich gern.
Mutig, stark und souverän. Sie bietet allem die Stirn und lässt sich so leicht nichts vormachen. Sie hat einen enorm starken Willen, was sich auch auf ihre Persönlichkeit überträgt, was ungemein bewundernswert ist.
Daneben gibt es noch eine weitere Perspektive. Die ich zum Anfang nicht ernst genommen habe. Die aber im Laufe der Handlung, immer mehr beängstigende Schübe hervorbrachte, durchzogen von einer kindlichen Unschuld und gleichzeitig einer Wahnhaftigkeit, dass ich nicht wusste, ob ich Mitleid oder Angst haben sollte.
Ich empfand alle Charaktere als authentisch, glaubhaft und mit so vielen Facetten durchzogen, dass jeder auf seine Weise, unglaublich Eindruck hinterlassen hat.
Dabei sind sie sehr vielfältig, tiefgreifend und entwickeln eine enorme Dynamik.

Der Einstieg fiel mir unglaublich leicht.
Wir switchen immer wieder zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her, was sofort, den Fokus auf das lenkt, worum es hier geht.
Dabei fokussiert sich die Autorin nicht nur auf das Opfer, was die Story viel komplexer, tragischer und dramatischer machte.
Sie wählt eine Facette des Stalkings, die extrem verstörend und beängstigend ist.
Gesellschaftlich sehr grenzwertig, sie hat es mit sehr viel Einfühlungsvermögen und Intensität dargebracht, wodurch es leicht fiel, sich auch in die andere Seite hineinzuversetzen.
Was keineswegs bedeutet, dass man es gutheißt. Man spürt jedoch die Zerbrechlichkeit, die Verzweiflung und die eigene mentale Zerstörung unglaublich gut.
Es ist definitiv keine leichte Thematik.
Hier erreicht sie eine Brisanz, die nicht zu unterschätzen ist. Was aber nicht gleichzusetzen mit perfider Bösartigkeit ist.
Die Grenzen dessen sind schier unerschöpflich und das macht sie hier sehr eindringlich klar.

Ich habe mit Andrea jede Minute mitgefiebert und wusste, da läuft etwas komplett falsch.
Ich muss zugeben, Gisela B. Schmidt versteht sich darauf, den Leser zu verwirren, das er am Ende gar nicht mehr weiß, was er eigentlich glauben soll.
Gänzlich ist ihr das bei mir zwar nicht geglückt, dennoch überrascht sie mit Aspekten, die ich so überhaupt nicht erwartet habe.
Dabei geht es auch nicht immer nur um Stalking. Es geht vor allem darum, sich selbst nicht zu verlieren und zu untergraben.
Und manchmal weiß man, dass egal, was man auch tut, man komplett verloren ist.

Die ganze Thematik schlägt sich auch auf das Umfeld nieder und das hat mich menschlich gesehen wirklich enorm tief getroffen.
Da ist so so viel Unsicherheit, Zerbrechlichkeit und eine Vertrautheit, die mitten in eine Abwärtsspirale mündet.
So durchzogen von Wahn und Obsession.
Das es einfach nur heftig ist. Daneben widmet sie sich auch den psychologischen und zwischenmenschlichen Aspekten gekonnt. Sie zeigt auf, wie leicht es ist, manipuliert zu werden und wie schwer man sich daraus wieder lösen kann.
Und daneben erfahren wir eine Tragik, die kaum in Worte zu fassen ist.
Insgesamt ein gut durchstrukturierter und gut ausgearbeiteter Psychothriller, der dich an die Grenzen der Belastbarkeit führt.
Der dir zeigt, dass du dir oft nicht mal selbst trauen kannst.

 


Fazit


Gisela B. Schmidt ist mit „Im Zerrbild“ ein nervenaufreibender und beängstigender Psychothriller gelungen, der dich an die Grenzen der eigenen Belastbarkeit führt.
Sie punktet mit einer Thematik, die wirklich heftig ist und hier eine enorme Brisanz und Tragik entwickelt.
Feinfühlig, dramatisch und unglaublich beklemmend.
Er bewegt, rüttelt auf und zeigt, dass alles nicht immer so ist, wie es scheint.
Definitiv eine Leseempfehlung, auch wenn sie mich nicht komplett überraschen konnte, so hat mir diese Story enorm zugesetzt und mich unglaublich gefesselt.

 


Buchdetails


Quelle: © Wreaders Verlag

Autor: Gisela B. Schmidt
Titel: Im Zerrbild
Teil einer Reihe: /
Genre: Psychothriller
Erschienen: 29. Juli 2022
Verlag: Wreaders Verlag
ISBN-10: 3985952817
ISBN-13: 978-3985952816
ASIN: B0B7KC944N
Seitenanzahl: 268
Preis: Taschenbuch 14,50€, Ebook 5,99€
Wertung: 4/5
Bildquelle/Cover: © Wreaders Verlag

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