Maya Shepherd – Die Grimm-Chroniken 10: Der schwarze Spiegel


Kurzbeschreibung


Wer oder was ist böse? Die Antwort liefert die Jubiläumsfolge der ›Grimm-Chroniken‹ und enthüllt dabei eines der größten Geheimnisse der kompletten Serie.

Dieser Spiegel war anders als alle, die ich bisher erblickt hatte. Ein verschnörkelter Rahmen aus Ebenholz rahmte das schwarze Glas in seiner Mitte ein. Er zeigte mich nicht als die gebrechliche Frau, die ich heute war, sondern als jene Apfelprinzessin, die voller Zuversicht und Träume in ihre Zukunft geblickt hatte.

»Ist es nicht erstaunlich, dass das eigene Spiegelbild einem ganz anders erscheint als das, was andere Menschen von einem wahrnehmen? Niemand ist in der Lage, sich selbst so zu sehen, wie er ist. Wenn ich meine eigene Dunkelheit nicht erfassen kann, ist es dann möglich, dass das Böse längst Besitz von mir ergriffen hat?«

Quelle:© Sternensand Verlag


Meine Meinung


Es erstaunt mich immer wieder welche Klippen die Autorin in ihren Grimm Chroniken umschifft. Diesmal sind sie besonders spitz und von Nebel umhangen und so manches Mal droht die Kollision. Was mich unweigerlich zur Frage bringt, wie lange es wohl dauern wird, bis der Untergang naht.
Mit Fug und Recht kann ich behaupten, daß mich die Grimm Chroniken von Anfang an umglaublich fasziniert und begeistert haben. Keine Folge ist wie die andere, die Autorin versteht es geschickt, die verschiedensten Märchenelemente auf sehr interessante Art und Weise einzubinden. Daraus entsteht jedes Mal etwas neues und ich bin jedes Mal aufs neue erstaunt, was sich diesmal vor meinen Augen auftut.
Ebenso liebe ich Mary seit erster Stunde und niemals bin ich von diesem Wege abgekommen.
In ihrer neuesten Folge beleuchte sie das Gute und Böse mal auf eine etwas andere Art und Weise.
Grauen, das sich deiner bemächtigt.
Entsetzen, das sich immer mehr im Körper ausbreitet.
Ohnmacht, die dich fast schreien lässt.
Diese Folge hat mir verdammt zugesetzt. Es hat mir richtigehend die Luft abgeschnürt. Mein innerstes zerbrach in tausend Teile. Es war schier nicht mehr zum aushalten.
Wo ich auch hinsah: Schmerz, Leid und tiefste Dunkelheit.
Das Böse, das aus jeder Ecke kriecht.
Der Einstieg war schon sehr, sehr verstörend. Ich dachte tatsächlich, ich bin im Horrorkabinett gelandet. Doch es war nichts im Vergleich dazu, was noch folgen sollte.
Man muss sich eine verdammt harte Schale zulegen, um dies überhaupt alles verkraften zu können.
Es ist nicht das verstörende, was in den Worten steckt. Sondern es ist das, was es damit auslöst.
Was es in den Herzen und Gedanken anrichtet.
Die Atmosphäre dazu ist ebenfalls perfekt gewählt.
Düster, unheilvoll, bedrohlich und voller Schatten.

Diese Folge führt uns in die Vergangenheit. Dabei erleben wir die unterschiedlichsten Perspektiven, unter anderem von Mary und Dorian.
Ja, meine Mary, die ich wieder mit beiden Armen umfangen habe. Ich liebe ihre Persönlichkeit und ihre Ausdruckskraft. Ihre Stärke und ihren Mut.
Es ranken sich viele Geheimnisse um Mary und bisher hat man sie nie entschlüsseln können.
Wie konnte aus diesem lieblichen, unschuldigen Kind so ein grausamer Mensch werden?
Hier werdet ihr es erfahren. Es wird euch in Schockstarre versetzen und vorwärts taumeln lassen.
In dieser Folge stoßen wir auf eine Vergangenheit, die Antworten liefert und gleichzeitig neue Fragen entstehen lässt.
Und gerade diese Kapitel haben es tatsächlich in sich. Wenn ich sage, ich habe mitgefiebert, trifft es das nicht ganz.
Ich hab getobt, bin zerbrochen und wollte einfach nur noch schreien.
Diese Folge kommt einer Kraftprobe gleich. Es hat mich unheimlich viel gekostet. Aber zugleich fand ich sie auch wunderschön und beängstigend zugleich.
Auf sehr geniale Art und Weise schafft es Maya Shepherd Wendungen einzuweben, die man absolut nicht erwarten würde.  Sie nimmt kein Blatt vor den Mund. Sie verwöhnt uns mit sehr vielen Details, wodurch immer mehr Bilder im Kopf entstehen. Dabei verstärkt sie das Empfinden beim Leser und treibt sie bis an den Abgrund und darüber hinaus.
Die Entwicklung die hier vonstatten geht empfand ich als atemberaubend und gefährlich zugleich. Als Leser hängt man mit offenem Mund über der Geschichte fest.
Unglauben, Entsetzen, Fassungslosigkeit.
Und dann kommt diese Leere im Herzen und nichts da, was diese vertreiben könnte.
Obwohl mich diese Geschichte sehr geschockt hat, so hat sie mich auch sehr traurig und hilflos gemacht. Es geht unter die Haut, im wahrsten Sinne des Wortes. An dieser Stelle möchte ich betonen, das diese Folge auch sehr viel erwachsener ist und einiges an Brutalität mit sich bringt. Es blutet förmlich. An jeder Ecke. Überall.
Es ist kaum mit Worten zu umschreiben, was man dabei fühlt.
Wie tief es geht.
Plötzlich erscheint alles in einem anderem Licht. Es ergibt Sinn und man kann es plötzlich viel besser verstehen und nachvollziehen.
Man findet kein Anfang und kein Ende.
Es ist, als wäre man gefangen und könnte sich nicht befreien.

In diesem Band treffen wir auf neue Charaktere und neue Märchenelemente. Die allesamt sehr ausdrucksstark und lebendig sind. Man lernt sie sehr gut kennen und wird zu einem Teil von Ihnen.
Aus gutem Grund ist diese Folge etwas länger, denn kürzer wäre überhaupt nicht möglich gewesen. Es hätte einfach nicht gereicht. Diese Jubiläumsfolge, hat eine Taschenbuchlänge. Und eine bessere Auflösung hätte es einfach nicht geben können. Es wäre diesem nicht gerecht geworden.
Inhaltlich verrate ich nichts, nur das der Titel einfach perfekt passt. Mehr Umschreibung brauch diese Folge nicht. Denn damit ist bereits alles gesagt und offenbart dabei so viel.
Daneben zeigt sie auch die schönen Seiten sehr gut auf. Wie tief Liebe geht und welch hohes Gut Vertrauen ist. Das sind Szenen, die für mich vieles leichter gemacht haben. Die mir so viel gegeben haben und damit eine Menge offenbarten.
Das Ende wartet nicht zwingend mit einem fiesen Cliffhanger auf. Viel eher hat sich meine Atmung beruhigt und ich kann entspannt auf den nächsten Band warten.
Ganz zum Schluss möchte ich jedoch noch sagen, egal wie grausam und verstörend diese Folge ist. Sie ist auch sehr interessant, facettenreich und zeigt auch zwischen den Zeilen eine Menge auf.
Ich sage es wahrscheinlich immer wieder, aber diese Folge ist wieder eine der Besten für mich.

 


Fazit


Folge 10 der Grimm Chroniken hat es verdammt in sich.
Verstörend, packend und beängstigend.
Böse, brutal und blutig.
Das Böse sucht seinen Weg, dabei tut sich so mancher Nebel auf, der es zu verschlingen versucht.
Für mich eine sehr emotionale, aber auch interessante und faszinierende Folge. Die mich absolut begeistert hat. Sie ist nicht nur Dunkelheit, sie ist auch Licht.
Eine Folge die so viele Erkenntnisse mitbringt, dabei jedoch auch neue Fragen entstehen lässt.
Ich bin absolut begeistert, geschockt, verstört und möchte unbedingt mehr davon.

 


Buchdetails


Autor: Maya Shepherd
Titel: Die Grimm Chroniken 10: Der schwarze Spiegel
Teil einer Reihe: Die Grimm Chroniken – Band 10
Genre: Fantasy
Erschienen: 1. Februar 2019
Verlag: Sternensand Verlag
ISBN: 978-3038960270
Seitenanzahl: 318
Preis: Taschenbuch 12,95€, Ebook 2,99€
Wertung: 5/5
Bildquelle/Cover: © Sternensand Verlag

 

 

 

 

 

 

 


Seriendetails


Die Grimm Chroniken

  1. Die Apfelprinzessin
  2. Asche, Schnee und Blut
  3. Der schlafende Tod
  4. Der Gesang der Sirene
  5. Der goldene Apfel
  6. Der Tanz der verlorenen Seelen
  7. Das Aschemädchen
  8. Dornen, Rosen und Federn
  9. Die verbotene Farbe
  10. Der schwarze Spiegel

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