Jette Janssen – Ostfrieslandkrimi:Schwarze Stille


Kurzbeschreibung


Jette Janssen veröffentlicht mit „Schwarze Stille“ ihren ersten Ostfrieslandkrimi im Klarant Verlag. Hauptakteur ist Maxim Henndorf, ein Psychologe, der aufgrund seines Berufes oft schneller mögliche Motive eines Verbrechens erkennen kann und Täter aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten weiß. Was aber wenn Maxim selbst das Opfer ist?

Das ostfriesische Leer wird zum Schauplatz einer brutalen Anschlagsserie. Der Psychologe Maxim Henndorf überlebt einen nächtlichen Überfall im Evenburg-Park knapp, wenig später auch einen gewaltsam herbeigeführten Sturz in die Leda. Doch bei der dritten Attacke auf ihn kommt ein Unschuldiger ums Leben. Die Polizei tappt im Dunkeln, ebenso Maxim selbst, der fieberhaft versucht herauszufinden, wer ein Motiv haben könnte. Will sich ein ehemaliger Patient oder eine Patientin an ihm rächen? Aber wofür? Oder hat das alles mit dem tragischen Tod seiner Frau Imke zu tun? Eines ist klar: Hier ist ein Täter mit unbeschreiblicher Wut und ohne Gewissen am Werk, Menschenleben sind ihm egal. Für die Ermittler tickt die Uhr, denn der nächste geplante Anschlag ist von einem ganz anderen Kaliber …

Quelle: © Klarant Verlag


Meine Meinung


Dieser neue Ostfrieslandkrimi klang in meinen Augen ziemlich interessant, weshalb ich mich sehr auf das Lesen freute.
Vielen Dank an dieser Stelle an den Verlag für das Rezensionsexemplar. Dies beeinflusst meine Meinung jedoch in keinster Weise.

Im ostfriesischen Leer wird es düster und das im wahrsten Sinne des Wortes.
Auf den Psychologen Maxim Henndorf wird ein Anschlag verübt.
Zunächst könnte man noch von einem Unfall ausgehen, doch nachdem sich mehrere Unfälle häufen, liegt die Sache klar auf der Hand.
Doch wer trachtet Maxim nach dem Leben?

Jette Janssen hat einen leichten und flüssigen Schreibstil, es hat etwas sehr gemütliches an sich, wodurch man sich sofort wohlfühlt und den Geschehnissen folgt.
Den Titel empfinde ich als sehr passend gewählt. Er klingt bedrohlich, tödlich, hat aber auch etwas sehr trauriges und einsames an sich, was sich wirklich gut mit dem Geschehen deckt.
Interessant bei diesem Roman waren für mich vor allem die Perspektiven. Denn diese erfahren wir von den unterschiedlichsten Personen. Sei es von Maxim, den Ermittlern und dem Täter selbst.
Das wirklich gute daran, obwohl man dadurch auch ein Stück weit dem Täter nahe kommt, bleibt seine Identität bis zum Schluss im Dunkeln. Fast sogar zu sehr.
Maxim ist eine Person, die man nicht auf Anhieb mag. Seine etwas grummelige Art, brachte nicht unbedingt Sympathiepunkte bei mir ein. Aber aufgrund seines schmerzhaften Hintergrundes konnte ich es in gewisser Weise nachvollziehen.
Je mehr ich ihn kennenlernte, umso mehr kam er auch aus sich heraus.
Er hat nicht zwangsläufig daran geglaubt, das ihm jemand nach dem Leben trachtet. Warum auch?
Doch irgendwann musste auch er einsehen, das irgendetwas dahintersteckt.
Ich mochte die Art, wie er allgemein an die Sache herangegangen ist.Er reagierte sehr besonnen und wohlüberlegt.
Die Ermittler an seiner Seite fand ich ebenfalls sehr gut durchdacht. Sie unterscheiden sich in ihrer Art und vor allem reagieren sie wirklich menschlich.
Der ein oder andere Konflikt bleibt da nicht aus, was mir ausnehmend gut gefiel.
Ebenso bemerkt man hier einige Ecken und Kanten.

Jette Janssen schafft es den Spannungsbogen fast komplett oben zu behalten.
Sie sorgt für Frische, Humor und dem altbekannten Charme von Ostfriesland.
Die Handlung konnte mich wirklich gut unterhalten. An einigen Stellen hätte das Tempo durch aus mehr angezogen werden können. Leider blieben die Emotionen für mich etwas auf der Strecke.
Die Entwicklung war nachvollziehbar und in gutem Tempo.
Für den Schmunzelfaktor sorgten hier in meinen Augen die beiden Frauen, die von ihrem Gewissen geplagt wurden. Ich empfand sie zwar mitunter als etwas nervig und aufdringlich, aber letztendlich benahmen sie sich durchaus verständlich.
Aber ganz besonders mochte ich Ubbo. Ein wundervoller Mensch. Gern hätte man ihn noch mehr miteinbeziehen können. Er ist einfach ein Faktor,den so ein Roman brauch. Er hat etwas sehr vertrauensvolles und warmes an sich, was ich gern mag.

Die Handlung bringt einiges an Schmerz, Wut und Abgründigkeit zutage.
Doch je mehr ich grübelte, ich kam auf keinen Nenner. Ja, ich hatte so einige Verdächtige. Aber es wollte nie passen.
Das Ende gestaltete sich als ziemlich wendungsreich. Es gab einen guten Abschluss, aber gerade den Schlussakt hätte man meiner Meinung nach, noch etwas mehr ausarbeiten können.
Nichtsdestotrotz ist Jette Janssen wirklich ein toller Ostfrieslandkrimi gelungen, der einfach Spannung und gute Unterhaltung mit sich bringt.
Perfekt, um den Alltag einfach mal hinter sich zu lassen.


Fazit


Der neue Ostfrieslandkrimi von Jette Janssen punktet vor allem mit dem Charme Ostfrieslands.
Sie spinnt eine Story , in derem Handlungsverlauf der Psychologe Maxim in die Schusslinie gerät.
Der Spannungsbogen wurde gehalten, so das ich nicht nur mehr über Hintergründe erfuhr, sondern von der Story auch richtig mitgerissen wurde.
Wer leichte Kriminalromane mag, der ist hier genau richtig.
Ein Roman, bei derem Verlauf, der Täter bis zum Schluss im Dunkeln bleibt.


Buchdetails


Autor: Jette Janssen
Titel: Schwarze Stille
Teil einer Reihe: Maxim Henndorf – Band 1
Genre: Ostfrieslandkrimi
Erschienen: 14.September 2018
ISBN: 978-3955738563
Verlag: Klarant Verlag
Seitenanzahl: 250
Preis: Taschenbuch 11,99€, Ebook 3,99€
Wertung: 4/5
Bildquelle/Cover: © Klarant Verlag
Leseprobe
auf allen gängigen Plattformen erhältlich

 

 

 


Die Autorin


Quelle: © Klarant Verlag

Jette Janssen lebt als Schriftstellerin mit ihrer Familie im südlichen Ostfriesland. Sie schreibt mit großer Leidenschaft Kriminalromane. Die Ideen zu ihren Geschichten entwickeln sich bei ausgedehnten Radtouren durch die geheimnisvollen Fehnlandschaften entlang der Deiche und Kanäle. Oft fährt sie an die Küstenorte wie Neuharlingersiel, Bensersiel und Greetsiel, um die raue Nordseeluft einatmen zu können, ohne die sie sich ein Leben kaum mehr vorstellen kann.

Die Ostfrieslandkrimis um den Psychologen Maxim Henndorf entstehen in ihrer kleinen Schreibstube nahe der Stadt Leer.

 

 

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