Kim Selvig – Mutterliebe


Kurzbeschreibung


Nirgends bist du sicherer als in den Armen deiner Mutter

Ein Ausflug mit Mama in den Wald. Dichte Bäume, eine Lichtung mit verwunschenem Teich. Mama gibt uns Tee zu trinken. Ich werde müde, Mama drückt mich – immer fester, ihre Hände legen sich um meinen Hals. Ich kann nicht atmen, will ich sagen, doch es geht nicht. Was tust du nur, Mama?

Ein kleines Kind, brutal im Wald erstickt. Die Mutter auf der Anklagebank. Gerichtsreporterin Kiki Holland zweifelt an der Schuld der Angeklagten und recherchiert auf eigene Faust. Und was die junge Journalistin aufdeckt, hätte niemand erwarten können.
Quelle: © HarperCollins Verlag


Meine Meinung


„Mutterliebe“ ist ein Justiz- Krimi ,als solcher relativ ruhig und subtil.
Die Thematik dahinter ist ziemlich heftig, allerdings nur auf den ersten Blick.
Hier gab es kein langes überlegen.
Gesehen, verliebt, gelesen.

Der Schreibstil der beiden Autoren ist sehr einnehmend.
Im Fokus steht unsere ermittelnde Gerichtsreporterin Kiki Holland und ich lieb sie einfach nur. Impulsiv, oft ohne Plan, prescht sie mitten durch und eckt damit so manches Mal an.
Sie schart ihre Freunde und Feinde eng um sich. Was absolut richtig ist. Denn sie begibt sich so oft in Bredouille, dass sie jemanden braucht, der sie mal wieder vor sich selbst rettet.
Überwiegend erfahren wir dabei Kikis Perspektive. Allerdings bekommen wir auch Einblicke in das Leben von Sylvia Bentz und ihrem Umfeld. Immer wieder wechseln dabei die Zeitebenen, was noch mehr Einblicke gibt.
Sylvia selbst konnte ich nie einschätzen, weil sie als Person für mich leider etwas zu blass blieb.
Ich denke, um den Charakteren die nötige Intensität zu verleihen, ist es einfach zu komplex.
Dafür mochte ich Torte und Tom unglaublich gern. Sie brachten mich immer wieder zum schmunzeln.
Allgemein bekommen wir hier sehr vielfältige und wandelbare Charaktere geboten.

Der Einstieg war bereits sehr erschütternd. Und trotzdem hat man gespürt, da stimmt etwas nicht. Es war zu leblos, zu wirr und bizarr.
Dann trat Kiki auf das Spielfeld. Für mich wurde es leider erstmal etwas zu ruhig.
Aber je mehr es voranschreitet, umso spannender wurde es.
Denn hier hat Sylvia keineswegs nur ihr Kind umgebracht. Das Ganze geht unglaublich tief, birgt Tragik und Brisanz.
Es ist größer und komplexer, als man sich vorstellen könnte.
Die Abgründe sind enorm tief und ich war fassungslos über diese Gewalt und Art und Weise.
Jedes Puzzleteilchen findet seinen Platz und trotzdem hätte ich niemals mit dieser tiefen Leere und Einsamkeit gerechnet.
Die beiden Autoren fokussieren sich vor allem auf die psychologischen Aspekte, weil diese auch von elementarer Bedeutung sind.
Hier verbergen sich so viel Trauer, Tragik und eine Hoffnungslosigkeit, die mir den Atem genommen hat.
Alles geht sehr subtil, aber trotzdem feinfühlig und direkt vonstatten.
Die Thematik hat mir enorm gut gefallen, auch wenn die Idee an sich nichts neues ist.
Die Handlung bietet Dramatik, Ernsthaftigkeit und ordentlich Abwechslung.
Kiki darf gern noch einmal in Aktion treten.


Fazit


Wer ein Faible für Justiz-Krimis hat, sollte sich „Mutterliebe“ von Kim Selvig etwas näher anschauen.
Sehr subtil, feinfühlig und direkt.
Eine sehr komplexe Geschichte, in der nicht alles immer ist, wie es scheint.
Zwar etwas ruhig, aber definitiv lesenswert.


Buchdetails


Quelle: © HarperCollins Verlag

Autor: Kim Selvig
Titel: Mutterliebe
Teil einer Reihe: /
Genre: Justiz-Krimi, Kriminalroman
Erschienen: 25. April 2023
Verlag: HarperCollins
ISBN-10: 3365002685
ISBN-13: 978-3365002681
Seitenanzahl: 432
Preis: Taschenbuch 13,00€, Ebook 9,99€, Hörbuch ungekürzt 12,99€
Wertung: 4/5
Bildquelle: © HarperCollins Verlag

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