Patrick Burow – Schuld


Kurzbeschreibung


Nach einem Justizirrtum kommt ein Mann, der zu lebenslänglicher Haft verurteilt wurde, wieder frei. Doch unschuldig ist er trotzdem nicht.

Staatsanwalt Michael Thomforde wurde wegen seiner Beteiligung an einem Justizskandal suspendiert. Ein Laborant hatte die entscheidenden DNA-Beweise gefälscht. Thomforde hatte durch seine falschen Anklagen dazu beigetragen, Unschuldige ins Gefängnis zu schicken. Sie wurden nachträglich freigesprochen. Um ihn loszuwerden, wird er an das neu gegründete Cold-Case-Team abgeordnet. Es besteht aus dem schießwütigen Kommissar Jan Erikson, der schrulligen Polizeipsychologin Ute Krayenborg und der nerdigen Computerspezialistin Sasha Petrowa.
Um seine Reputation zu retten, kämpft Thomforde darum, einen der Fehlurteilsfälle aufzuklären. Doch der wahre Mörder will die Wiederaufnahme des Falles mit allen Mitteln verhindern. Schon bald gibt es weitere Tote. Thomforde und sein Team riskieren selbst ihr Leben, um den gefährlichen Mörder zu stoppen.

Der Autor weiß als Strafrichter worüber schreibt.

Quelle: © Patrick Burow


Meine Meinung


„Schuld“ von Patrick Burow ist ein Cold Case Thriller und da ich eine Schwäche für diese Art von Fällen habe, musste ich es einfach lesen.

Sein Schreibstil empfand ich als überaus angenehm und leicht verständlich.
Die Charaktere stechen für mich hier ganz klar aus der Masse raus.
Denn sie alle haben etwas zu verbergen und sie alle fristen ein eher trauriges Dasein.
Denn das Team der Cold Case Einheit wurde quasi aussortiert und auf das Abstellgleis delegiert.
Da ja niemand damit rechnet ,dass die Fälle überhaupt gelöst werden. Wenn sie sich da mal nicht in die Brennnesseln gesetzt haben.
Denn das Team hat einiges drauf und zudem fragt man sich wirklich, warum sie auf diese Position geschoben wurden.
Denn nur Fehlverhalten Kann es unmöglich sein.

Staatsanwalt Michael Thomforde fand ich recht bissig in seiner Art, weil es ihm definitiv gut zu Gesicht steht und mehr von seiner Persönlichkeit dadurch heraussticht.
Sasha und Jan mochte ich ebenfalls total gern. Auch wenn erstere mich im Laufe der Handlung doch ziemlich überrascht hat.
Insgesamt sehr greifbare und authentische Charaktere, die sich erst richtig entfalten müssen, damit man sie richtig wahrnimmt.
Was dem Autor hier verdammt gut gelungen ist.
Denn dadurch das wir ziemlich viele Perspektiven erfahren, bekommt man einen sehr guten Einblick in ihr Innerstes und kann sie richtig gut kennenlernen.

Der Einstieg fiel mir sofort sehr leicht.
Man wird auch direkt mit Michael konfrontiert, der sein eigenes Päckchen zu tragen hat und das könnte übler kaum sein.
Denn sowohl im Berufs- als auch Privatleben hat er einiges zu durchstehen und man spürt einfach seine Zweifel und Zerrissenheit unglaublich gut.
Die Spannung setzt recht schnell ein, als man das Cold Case Team zusammenführt.
Belächelt man das Ganze vorher noch etwas, da sie es ja selbst auch nicht ernst nehmen ,so ist man doch positiv überrascht, wie schnell sie zu einer Einheit zusammenwachsen und infolgedessen anfangen zu ermitteln.
Dabei könnte der Fall verzwickter kaum sein und irgendwann muss man sich fragen, wem man überhaupt noch trauen kann.
Besonders Michael und Sasha bringen ordentlich Feuer ins Getriebe, das hat mir enorm gut gefallen, verbunden mit dem vorhandenen Wortwitz einiger Charaktere, hat man enorm viel Spaß.
Da der Fall sich immer weiterentwickelte und vielschichtiger wurde, gab es auch keine Durststrecke zu verzeichnen.
Im Gegenteil, der Autor schafft es mit noch mehr Brisanz und Intensität zu punkten.
Denn es passiert einiges, womit man nicht unbedingt rechnen würde.

Dabei wird es auch immer emotionaler.
Dadurch das man eine Bindung zu den Charakteren aufbaut, spürt man Trauer, Wut und Ausweglosigkeit am eigenen Leib.
Und das geht in einigen Szenen doch sehr ans Gemüt.
Und daneben zeigt er auch was für schwerwiegende Folgen Justizirrtümer haben können. Das hat dem Ganzen in meinen Augen eine völlig neue Dimension verliehen und regt vielleicht auch etwas zum nachdenken an.

Patrick Burow versteht es auch auf der psychologischen Ebene zu punkten. Er zeigt ,dass nicht alles schwarz oder weiß ist, sondern der Graben viel tiefer als man meint.
Es ist voller Höhen und Tiefen und besonders das Team hat mich vor einige Herausforderungen gestellt.
Insgesamt ein sehr guter Thriller, der zwar erst in Schwung kommen muss, aber dann richtig loslegt.
Ich würde mich sehr freuen, mehr von diesem doch etwas speziellen Team zu lesen.

 


Fazit


Patrick Burow hat mit „Schuld“ einen Cold Case Thriller zu Papier gebracht, der vor allem mit dem unkonventionellen Ermittlerteam punktet.
Viel Wortwitz, viel Brisanz und Intensität verleihen diesem Thriller mehr Vibe.
Zudem man ständig auf der Hut sein muss.
Denn niemandem kann man wirklich trauen.
Voller Entwicklung und Energie, was das Ganze auf eine etwas andere Ebene hebt.
Ich bin absolut begeistert von diesem Team, weil sie zeigen ,dass sie nicht „aussortiert“ gehören und vor allem durch ihren Zusammenhalt hervorstechen.
Ich bin gespannt auf weitere Fälle.

 


Buchdetails


Quelle: © Patrick Burow

Autor: Patrick Burow
Titel: Schuld: Ein Cold Case Team Thriller
Teil einer Reihe:
Genre: Thriller
Erschienen: 11. Januar 2021
Verlag: ‎ Independently published
ASIN ‏ :
B08T3ZPPLM
ISBN-13:
978-3426226759
Seitenanzahl:
312
Preis:
Taschenbuch 9,99€, Ebook 2,99€, Hörbuch Download 14,95€
Wertung:
4/5
Bildquelle/Cover:
© Patrick Burow

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