Hans-Rainer Riekers – Sandbankmord (Ein Fall für Grote und Lessing – Band 5)


Kurzbeschreibung


Es ist der letzte Segeltörn vor dem Winter. Kriminaloberkommissar Harm Petersen ist auf der Rückkehr von Helgoland, als der Motor seiner »Antje D.« Probleme bereitet. Er muss die Heimfahrt nach Emden abbrechen und schafft es gerade noch, seine Jacht kurz vor Einbruch der Dunkelheit auf einer Sandbank zwischen Baltrum und dem Festland trockenfallen zu lassen. Hilfe könnte er gut gebrauchen, da sieht er einen Lichtschein. Offensichtlich liegt noch ein anderes Boot auf der Sandbank. »Skipper« macht sich auf den Weg und betritt, ohne es zu ahnen, ein Totenschiff. Und der Mörder ist noch an Bord… Stefan Grote und Stine Lessing, die beiden Sonderermittler bei der Polizeiinspektion Aurich, übernehmen diesen Mordfall, der voller Ungereimtheiten steckt. Und als wäre die Situation nicht schon unübersichtlich genug, taucht plötzlich Gero Bakker auf, jener Kollege, der nach den folgenschweren Ereignissen in den Dünen auf Juist, die seinerzeit Stine fast das Leben gekostet hätten, spurlos verschwunden war…

Quelle: © Klarant Verlag


Meine Meinung


Hans Rainer Riekers gehört zu meinen liebsten Autoren, wenn es um Ostfrieslandkrimis geht.
Er hat eine sehr ruhige, aber doch beklemmende und eindringliche Art zu schreiben, die mich gnadenlos begeistert.
„Sandbankmord“ ist der fünfte Band aus der Reihe um die Kommissare Stefan Grote und Stine Lessing. Mittlerweile muss ich auch gar nicht mehr die Inhaltsangabe lesen, weil ich weiß, dass es mich einfach begeistern wird.
So war es, wenig überraschend, auch hier der Fall.

Sein Schreibstil ist sehr einnehmend und wahnsinnig spannend, weshalb ich die Lektüre auch gar nicht hätte zur Seite legen wollen.
Die Atmosphäre ist sehr düster, tragend, aber auch von Schmerz und Qual durchzogen, was sehr gut zum Kern der Story passt.
Grote und Lessing begeistern mit ihrer Art wieder wie gewohnt. Tatsächlich lockern sie immer wieder die doch sehr schwere Handlung auf. Besonders Stine hat mich wieder sehr zum lachen gebracht.
Sie ergänzen sich perfekt bei den Ermittlungen und abgerundet wurde es vom smarten Skipper.
Daneben verstehen es die Nebencharaktere einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.
Dabei trifft man auch auf einen alten Bekannten, was mir wunderbar gefallen hat.
Insgesamt sehr authentische, greifbare und einfach lebendige Charaktere, die eine Menge Ecken und Kanten haben, die man hier nicht unbedingt vermuten würde.

Der Einstieg fiel mir gleich sehr leicht.
Es begann recht ruhig, zog die Spannung aber merklich an und hinterließ dabei eine gewisse Beklommenheit.
Ich kann nicht umhin, zu sagen, dass der Plot wirklich extrem genial ist.
Wahnsinn und Genialität liegen oft nah beieinander. Was den Kern direkt auf den Punkt bringt.
Zwischendurch weiß man nie, was man glauben soll.
Kann das wirklich wahr sein?
Ist das nicht zu einfach oder abwegig?

Die Wahrheit ist, du kannst nie in einen Menschen hineinsehen.
Nicht die Herkunft macht zwingend einen Menschen aus. Manchmal ist es ein einschneidendes Erlebnis. Manchmal eine Hilflosigkeit, die sich in unkontrollierbaren, zerstörerischen Ausbrüchen äußert und dabei so viel Hoffnungslosigkeit widerspiegelt.
Mich hat der Hintergrund nicht mal so erschüttert, die Hilflosigkeit hingegen schon.
Weil es so viel Wut , Qual und Angst offenbart.
Ein Antagonist, der nicht zwingend unsympathisch ist. Manchmal kann man, nicht nichts fühlen. Denn die Tragweite geht viel tiefer, als man je für möglich halten würde.

Der Autor lässt uns hauptsächlich an den Perspektiven der Kommissare teilhaben, aber auch der ein oder andere Protagonist kommt dabei zu Wort.
Wodurch es sehr viel tiefgründiger wird und man darüber hinaus bis in seine Seele vordringt.
Es gab Wendungen, die haben mich wirklich überrascht. Die Auflösung, der Kern des Ganzen hat mich doch ziemlich sprachlos und erschüttert zurückgelassen.
Weil es so viel zwischen die Zeilen legt, was definitiv zum nachdenken anregt.
Ein Ostfrieslandkrimi, der mich wieder komplett begeistern, berühren und überzeugen konnte.

 


Fazit


Mit „Sandbankmord“ hat Hans- Rainer Riekers einen sehr tiefgreifenden, beklemmenden und vielschichtigen Ostfrieslandkrimi zu Papier gebracht, der mich sehr begeistert, aber auch sehr aufgewühlt zurückgelassen hat.
Wahnsinn und Genialität liegen oft nah beieinander, was den Kern sehr gut auf den Punkt bringt.
Ein Ostfrieslandkrimi, in dem nichts ist, wie es scheint. Bei dem, nicht nichts fühlen, nicht funktioniert.
Absolut empfehlenswert.

 


Buchdetails


Quelle: © Klarant Verlag

Autor: Hans-Rainer Riekers
Titel: Sandbankmord
Teil einer Reihe: Ein Fall für Grote und Lessing – Band 5
Genre: Ostfrieslandkrimi
Erschienen: 25. Februar 2022
Verlag: Klarant Verlag
ASIN : B09SQ3MR9L
ISBN-10 : 3965865390
ISBN-13 : 978-3965865396
Preis: Ebook 3,99€, Taschenbuch 12,99€
Seitenanzahl: 200
Wertung: 5/5
Bildquelle/Cover: © Klarant Verlag

 

 

 

 


Seriendetails


Ein Fall für Grote und Lessing

Der erfahrene Hauptkommissar Stefan Grote weiß zuerst nicht so recht, was er von der hübschen Kriminalanwärterin Stine Lessing halten soll: zu zierlich, zu modisch für den Polizeidienst. Doch schon bald merkt Grote, dass seine junge Kollegin hochintelligent ist, die beiden wachsen zu einem echten Team zusammen. Allerdings hat Stine eine Schwäche, die sie bislang geschickt verbergen konnte: In bestimmten Grenzsituationen, unter hohem Druck und bei Gefahr, wird sie von ihrer Angst eingeschnürt und ist zu keiner rationalen Handlung mehr fähig.

Nach ihrem ersten gemeinsamen schicksalhaften Mordfall auf der Nordseeinsel Juist werden Grote und Lessing als Sonderermittler nach Aurich versetzt. In ganz Ostfriesland gehen sie nun dem Verbrechen auf die Spur.

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