Rezension: George R. R. Martin – Wild Cards: Das Spiel der Spiele

Seitenanzahl: 544
Verlag:  Penhaligon Verlag (25. August 2014)
Originaltitel: Wild Cards – Inside Straights
ISBN-10:  3764531274
ISBN-13:  978-3764531270
Preis: Broschiert – 15€

Quelle: amazon  und Randomhouse

Das Spiel der Spiele – sehr komplex, facettenreich und tempostark.

Der Herausgeber:
George R. R. Martin gehört nicht nur in den USA zu den prominentesten
Science-Fiction-Autoren. Den weltweiten Durchbruch schaffte er mit dem
mehrbändigen Werk „Das Lied von Eis und Feuer“. Er schrieb anfangs
Kurzgeschichten, arbeitete dann erfolgreich als Drehbuchautor und
Fernsehproduzent. Doch das Schreiben von Fantasy- und
Science-Fiction-Romanen entspricht seinem Vorstellungsvermögen und
seinen schriftstellerischen Neigungen am meisten. Der 1948 im US-Staat
New Jersey geborene und studierte Journalist lebt in Santa Fe, New
Mexico. Er wurde mehrfach mit dem „Hugo Award“ ausgezeichnet.

Wild Cards
ist das heimliche Lieblingsprojekt des erfolgreichen Autors
George R.R. Martin. Er schuf die Welt der Asse und trat an
zahlreiche andere Schriftsteller heran, die für seine Rahmenstory ihre
ganz eigenen Superhelden kreierten, aber in seinen Handlungsstrang
einbauten. Martin übernahm die finale inhaltliche Lektoratsarbeit.
Heraus kam eine vielschichtige und atemberaubend spannende „shared
universe“-Geschichte, in der jedes Kapitel aus der persönlichen Sicht
einer Figur (und somit eines Autors) erzählt wird.
Wild Cards hat eine lange und sehr komplexe Geschichte: Bereits 1987 schuf Martin zusammen mit zahlreichen Co-Autoren die
Wild Cards-Reihe und belebt dieses Konzept nun neu. Mit Das Spiel der Spiele,
tritt eine neue, junge Generation Superhelden in Aktion, die in unserer
Gegenwart mit Problemen konfrontiert werden, die die Autoren aus dem
aktuellen Zeit­geschehen
ersinnen.
Die neuen
Wild Cards wurden zum Leben erweckt durch Daniel Abraham,
Melinda M. Snodgrass, Carrie Vaughn, Michael Cassutt, Caroline Spector,
John Jos. Miller, George R.R. Martin, Ian Tregillis und S.L. Farrell.
Drei weitere Bände der
Wild Cards sind in Planung, Syfy Films, die unter anderem Heureka und
Stargate schufen, arbeiten bereits am Drehbuch für die Verfilmung.
  

Kurzbeschreibung:
The World’s next SUPERHERO!

Seit sich in den Vierzigerjahren das
Wild-Card-Virus ausgebreitet hat und Menschen mutieren lässt, gibt es
neben den normalen Menschen auch Joker und Asse. Joker weisen lediglich
körperliche Veränderungen auf, während Asse besondere Superkräfte
besitzen. Da ist zum Beispiel Jonathan Hive, der sich in einen
Wespenschwarm verwandeln kann, oder Lohengrin, der eine
undurchdringliche Rüstung heraufbeschwört. Doch wer ist Amerikas größter
Held? Diese Frage soll American Hero, die neueste Casting Show im
Fernsehen, endlich klären. Für die Kandidaten geht es um Ruhm und um so
viel Geld, dass sie beinahe zu spät erkennen, was wahre Helden ausmacht.

Aufbau und Handlung:
Hiermit ist dem Herausgeber George R.R. Martin ein sehr interessantes und vielschichtes Buch gelungen.
Sämtliche Autoren harmonieren hier sehr gut miteinander. Ich hatte da doch anfangs so meine Zweifel ob das so gut funktioniert.
Aber das Zusammenspiel hat gut funktioniert.
Was zunächst als Spiel beginnt, wird mit der Zeit immer komplexer und vor allem interessanter.
Und es wurde ernster.
Denn hier geht es nicht nur um das Spiel.
Manche Personen mochte ich mehr, manche weniger und bei manchen war ich auch etwas zwiegespalten.
Kurzum jeder Charakterzug wurde hier vertreten, daß hat mir sehr gut gefallen.
Das Buch glänzt durch Team- und  Kampfgeist, Loyalität und Mut.
Aber wir bekommen es hier auch mit Rivalität und Eifersucht zutun. Bleibt natürlich bei so einem Pojekt nicht aus. 
Doch die Frage , die uns das Buch im eigentlichen Sinne stellt und auch beantwortet ist:
Was ist ein Held?
Was macht ihn aus?
Ich finde, das wurde uns hier sehr gut herübergebracht.
Die Fähigkeiten der Asse sind zwar wichtig hier, aber nicht für die Frage.
Auch wurden für mich sehr gut, das miteinander rübergebracht.
Und vor allem, ich konnte mir das ganze verdammt gut vorstellen, manchmal vielleicht etwas zu gut.
Die verschiedenen Perspektiven und Sichtweisen tragen dazu bei, mehr Gefühl und Gespür zu entwickeln. Und das Verständnis im allgemeinen nimmt zu.
Man fiebert von der ersten Sekunde an mit, auch wenn anfangs vielleicht noch vieles mit Humor genommen wird, flaut es doch relativ bald ab, plötzlich ist alles von Spannung durchzogen. Dennoch ab der Mitte hab ich einen kleinen Hänger verspürt, es wurde etwas langatmig. Was jetzt mit daran liegen kann. Das wir es plötzlich mit den Unruhen im nahen Osten zutun bekommen haben. Ich geb zu, ich kam nur schwer in dieses Situation rein. Plötzlich ging es nicht mehr um die Show. Sondern nur noch darum. Damit hatte ich so ein bisschen meine Probleme alles unter einen Hut zu bekommen.Die Handlungsstränge waren mir da manchmal etwas zu unübersichtlich und zuviel.
 Einige der Asse konnten mich in dieser Situation überzeugen, andere weniger. Was mir da sehr gut gefallen hat. Einige von ihnen mussten erkennen, auch wenn ihre Fähigkeiten scheinbar unwichtig sind. So erfüllen sie doch im richtigen Moment ihren Zweck.  Jedes einzelne Ass entwickelt sich immer weiter und wir erleben es hautnah mit. Es gibt aber natürlich auch einige unter Ihnen, die blind für ihre Umgebung sind. Aber gerade weil sie so verschieden sind. Und wir einige von Ihnen auch näher kennenlernen dürfen. Das macht sie für mich glaubhaft.
Aber auch die Zwischenmenschlichkeit kam hier nicht zu kurz. 
Im großen und ganzen, ließ sich alles relativ flüssig lesen. Die Spannung war zu 80% eigentlich immer vertreten.
Hin und wieder war ich auch etwas überrascht und manche Handlungsstränge, klärten sich für mich erst im Nachhinein.
Alles in allem ein sehr facettenreiches, temporeiches Buch, daß die Emotionen übersprudeln lässt. Und niemanden kalt lässt.
Ich kann es auf ganzer Linie empfehlen.
Es gibt 4 von 5 Sterne von mir.

Meine Meinung:
Ich war sehr gespannt auf dieses Buch.
Bei mir waren jedoch die Erwartungen nicht allzu hoch.
Ich bin jedoch ziemlich begeistert von diesem vielschichtigem Buch.
Es konnte mich fesseln, meine Mundwinkel mussten hin und wieder zucken . Kurzgesagt, sämtliche Emotionen kamen bei mir zum Vorschein.
Das Cover hat mich natürlich auch sehr beeindruckt. Es macht einfach neugierig auf das Buch.
Ich wurde nicht enttäuscht.
Eine klare Empfehlung von mir.

Ich möchte Sebastian Rothfuss und Randomhouse für die Bereitstellung des Exemplars danken.

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